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Oberfranken
Montag, 8. Februar 2010 13:03

Geistesgegenwärtiger Lokführer verhindert Drama bei Hof

Einem aufmerksamen Triebfahrzeugführer hat ein 16-jähriges Mädchen zu verdanken, dass es Samstagnacht zu keiner Tragödie kam. Die Jugendliche hatte sich auf der Bahnstrecke von Hof nach Bad Steben, auf Höhe der Ernst-Reuther-Brücke, leichtsinnig in Lebensgefahr gebracht.Obwohl die Regionalbahn den Hauptbahnhof Hof bereits verlassen hatte, lief die Jugendliche seelenruhig im Bahngleis in Richtung Naila – dort wollte sie einen Freund besuchen.

Womöglich ahnte sie nicht, wie gefährlich ihr Aufenthalt im Gleis war; sicher wusste sie nicht, dass sie nur knapp dem Tod entkommen würde. Glücklicherweise sah der Triebfahrzeugführer die junge Hoferin rechtzeitig und reagierte sofort mit einem Achtungspfiff. Den drohenden Unfall konnte der 51-Jährige verhindern, indem er den Zug geistesgegenwärtig bis zum vollständigen Stillstand abbremste. Trotz der ruckartigen Notbremsung verletzte sich keiner der Fahrgäste. Der Lokführer nahm das unversehrt gebliebene Mädchen zu dessen Sicherheit anschließend im Zug mit. Laut Bundespolizeiinspektion Selb, die den Vorfall polizeilich aufgenommen hat, benötigen Züge aufgrund ihres Gewichtes und ihrer Geschwindigkeit einen besonders langen Bremsweg. Oft sind dies mehrere Hundert Meter, bei Hochgeschwindigkeitszügen gar mehr. Die Beamten warnen davor, sich leichtfertig in Todesgefahr zu begeben, indem man die Gleise an einer nicht dafür vorgesehenen Stelle betritt bzw. überquert.

Darauf, dass man einen sich nähernden Zug rechtzeitig hört, darf sich niemand verlassen: Die neuen Schienenfahrzeuge sind leise und schnell. Zu oft werden sie erst viel zu spät oder gar nicht mehr bemerkt. Verkehrsteilnehmer, die eine Notbremsung verursachen, machen sich in der Regel nicht nur eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr schuldig, sondern begeben sich selbst in akute Lebensgefahr – ob sie nun mit Auto, Fahrrad oder nur zu Fuß unterwegs sind. Im Übrigen stellen derartige Eingriffe für die betroffenen Lokführer regelmäßig eine hohe psychische Belastung dar – selbst wenn es ihnen gelingt, einen drohenden Unfall gerade noch abzuwenden.  




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