Do., 06.08.2020 , 10:11 Uhr

Baumfällarbeiten bei Arzberg: Im „Gsteinigt“ herrscht absolute Lebensgefahr

Wanderer ignorieren Warnhinweise & bringen sich in Gefahr

Die Schilder an den beiden Zugängen zum Wanderweg durchs „Gsteinigt“ bei Arzberg sind nicht zu übersehen. Quer über den Weg gespannt steht da in großen Buchstaben: „Stopp! Forstarbeiten! Lebensgefahr!“ Und doch gibt es Wanderer und Radfahrer die die Sperrungen umgehen. Deshalb warnt das Landkreis Wunsiedel nun erneut vor der Gefahr in dem Waldstück. Die Sperrung wird bis voraussichtlich 14. August bestehen bleiben.

„Diese Leute müssen verrückt sein! Hier herrscht derzeit absolute Lebensgefahr! Das ist kein Spaß!“ Sagt Naturpark-Ranger Ronald Ledermüller.

Abgestorbene Fichten müssen gefällt werden

Im Auftrag des Fichtelgebirgsvereins fällen Mitarbeiter des Naturpark-Instandsetzungstrupps derzeit eine größere Anzahl abgestorbener Fichten in einem Steilhang. Die Bäume werden von Forstwirt Valentin Hofweller und seinem Kollegen Stefan Berger fachgerecht gefällt und müssen danach mühsam mit einem Handgreifzug so in Position gezogen werden, dass sie dauerhaft liegen bleiben können. Eine schwere und auch nicht ungefährliche Arbeit, die volle Konzentration erfordert.

„Es ist schlicht unmöglich, die Stämme aus dem fast unzugänglichen Gelände heraus zu transportieren. Außerdem bieten sie auch als liegendes Totholz noch wertvollen Lebensraum, Nahrung und Unterschlupf für zahlreiche Tiere, Pflanze und Pilze“, erklärt der Ranger.

Borkenkäfer und Trockenheit setzen Fichten sehr zu 

Auf dem flachen Boden der Egerhänge haben die beiden letzten trockenen Sommer besonders den Fichten sehr zugesetzt. Der Borkenkäfer hatte da leichtes Spiel. Viele der zum Teil sehr alten Nadelbäume in dem Talabschnitt der Eger zwischen Elisenfels und Arzberg sind abgestorben. Grund für die Fällungen in dem Schutzgebiet, in dem der Mensch eigentlich nur so wenig wie möglich eingreifen will, ist die Sicherheit der Wanderer.

„Das große Käfernest liegt im Steilhang direkt oberhalb des Wanderwegs. Noch sind die Stämme stabil. In wenigen Jahren werden sie so morsch, dass sie unvermittelt abbrechen und auf den Weg stürzen könnten. Hier geht die Sicherheit vor.“

Baumfällarbeiten können für Wanderer schnell zur Gefahr werden 

Problematisch an der Fällung ist, dass das Gelände sehr unübersichtlich ist. Die Arbeiter im Hang können den Weg nicht einsehen und herannahende Wanderer nicht erkennen. Deshalb sind zwei Mitarbeiter zusätzlich zu den Sperrschildern an den beiden Zugänge zu dem engen Talweg postiert. Dabei hatten sie schon mehrere unangenehme Begegnungen, wie Herbert Prell und Fabian Jahreiß berichten:

„Wir werden teilweise wüst beschimpft, wenn wir die Leute aufhalten und zurück schicken. Manche drängeln sich sogar einfach vorbei, weil sie sich angeblich ihrer Freiheit nicht berauben lassen wollen. Die wollen einfach nicht begreifen, dass sie sich in absolute Lebensgefahr begeben!“

Bitte beachten Sie die Sperrung

Die Verantwortlichen des Naturparks und des Fichtelgebirgsvereins bitten deshalb nochmals eindringlich darum, die Wegsperrungen zu beachten und den Anweisungen der Naturpark-Mitarbeiter vor Ort folge zu leisten! Die Sperrung wird mindestens noch bis 14. August andauer

Das könnte Dich auch interessieren

22.07.2026 TVO-Umfrage: Alkoholverbot an Bahnhöfen - wird dadurch die Sicherheit erhöht? Die Deutsche Bahn verbietet das Trinken von Alkohol an allen ihren 5.400 Bahnhöfen. Das Verbot soll bundesweit bis spätestens zum 15. Oktober dieses Jahres an allen Standorten umgesetzt sein. Grund ist laut Mitteilung auf der Homepage des Konzerns, die Sicherheit von Mitarbeitern und Reisenden zu verbessern. In diesem Zusammenhang möchte TVO von Ihnen wissen, ob ein Alkoholverbot an deutschen Bahnhöfen die Sicherheit erhöhen wird? Nehmen Sie an der Online-Umfrage teil. Sie ist anonym.  20.07.2026 Kicken um zu helfen: Rekordsumme für Valentina aus Bayreuth Seit 35 Jahren unterstützt das Team von "Kicken um zu helfen" aus Bad Weißenstadt (Landkreis Wunsiedel) Kinder in Not und deren Familien. Beim großen Benefizspiel Anfang Juli kam in diesem Jahr eine enorm hohe Spendensumme zusammen. Das Geld geht zum Großteil an Valentina aus Bayreuth. 19.07.2026 Selb: Julia II. ist die neue Porzellankönigin Julia Harnisch ist die neue Porzellankönigin in Selb im Landkreis Wunsiedel. Die 25-jährige Masterstudentin der Gesundheitsförderung trägt künftig den Namen Julia II. und wird in den kommenden zwölf Monaten als Botschafterin des „Weißen Goldes“ die Porzellanstraße sowie die gesamte Porzellanregion in Bayern und Tschechien repräsentieren. 19.07.2026 Marktredwitz: Gemeinsames Foto mit Mädchen endet mit Ermittlungen gegen 41-Jährigen Ein 41-Jähriger wird beschuldigt, drei Mädchen in Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) sexuell belästigt zu haben. Die Polizei leitete ein entsprechendes Ermittlungsverfahren gegen den Mann ein.