Nach einem sexualisierten Übergriff benötigen Betroffene schnell medizinische und psychische Hilfe. Gleichzeitig fällt es vielen Opfern schwer, unmittelbar nach einer solchen Erfahrung über eine Anzeige bei der Polizei nachzudenken. Das Klinikum Bayreuth bietet daher ab Dientag (27. Oktober) die Möglichkeit, die Tatspuren vertraulich dokumentieren zu lassen, ohne dass diese automatisch an die Polizei oder Staatsanwaltschaft weitergegeben werden.
Zwei Jahre Aufbewahrungsfrist
Oftmals stammen die Täter aus dem engsten Umfeld des Opfers. Daher ist die Hürde, eine nahestehende Person anzuzeigen oftmals größer. Die anonyme Spurensicherung verschafft daher den Opfern wichtige Bedenkzeit, um sich die Frage zu stellen, ob sie den Täter anzeigen möchten oder nicht. Die gesicherten Beweismittel werden dann an das Institut für Rechtsmedizin nach Würzburg übermittelt. Dort werden sie bis zu zwei Jahre vertraulich aufbewahrt, bis das Opfer eine Entscheidung getroffen hat.
Bayreuth ist Vorreiter in Oberfranken
Das Klinikum Bayreuth ist oberfrankenweit die erste Einrichtung, die die anonyme Spurensicherung anbietet. Neben der Notaufnahme ist auch die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe eine Anlaufstelle für Betroffene von sexuellen Übergriffen. Die vertrauliche Spurensicherung ist an beiden Stellen rund um die Uhr möglich.