Fisch oder Fleisch? Diese Frage stellt sich ab dem Aschermittwoch für viele Menschen in Oberfranken nicht mehr, zumindest 40 Tage lang nicht. Nämlich für jene, die fasten und es mit der Tradition genau nehmen.
Fastenzeit mit langer Vorgeschichte
Der Fasching geht auf das Wort Fastnacht zurück, also den Vorabend der Fastenzeit. Da ließen es viele Gläubige ein letztes Mal richtig krachen, bevor sie sich bis Ostern im Verzicht übten. Vor allem Katholiken betrieben das Fasten, während Protestanten diesen Brauch lange Zeit ablehnten. Heute gilt der Verzicht auf bestimmte Dinge, vor allem auf Genussmitteln, bei beiden Konfessionen als eine Art spirituelle Erfahrung und Willenstest.
Fisch statt Fleisch
Während Fleisch auf vielen Tellern tabu war, galt Fisch als erlaubt. In Oberfranken sind das vor allem (Bach-)Forellen und Karpfen. Ihr vermehrter Verzehr legte im späten Mittelalter auch den Grundstein für die Teichwirtschaft, die sich flächendeckend erhalten hat. Zusätzlich hat sich im östlichen Oberfranken der Stockfisch durchgesetzt. Dabei handelt es sich um haltbar gemachten Seefisch, den Händler aus Küstenregion mitbrachten.