Mo., 29.06.2026 , 17:03 Uhr

Landkreis Wunsiedel

Aus Alt wird Neu! Das Marktredwitzer Otto-Hahn-Gymnasium bekommt ein neues Gesicht

Kehrtwende nach der Insolvenz des Planungsbüros

Zwei Turnhallen sind bereits verschwunden, nun könnte auch der markante Langbau des Otto-Hahn-Gymnasiums bald Geschichte sein. Nach rund 60 Jahren im Dienst der Bildung sind große Teile des Schulkomplexes am Ende ihrer Lebensdauer. Eigentlich sollte das Gymnasium umfassend saniert werden. Doch nach der Insolvenz des beauftragten Architekturbüros musste der Landkreis Wunsiedel seine Pläne komplett neu aufrollen.

Das Ergebnis ist eine überraschende Kehrtwende: Statt einer Generalsanierung werden künftig drei der fünf Gebäudeteile abgerissen und neu gebaut. Lediglich das Hauptgebäude mit der Aula bleibt erhalten und wird modernisiert. Der naturwissenschaftliche Trakt sowie der zweiteilige Klassenzimmertrakt weichen modernen Neubauten.

Neubau spart Millionen und reduziert Risiken

Für den Landkreis ist der neue Weg die wirtschaftlichere Lösung. Nach aktuellen Berechnungen könnten die Baukosten gegenüber der bisherigen Planung um rund zehn Millionen Euro sinken. Gleichzeitig lassen sich die Risiken deutlich besser kalkulieren als bei einer Sanierung der in die Jahre gekommenen Gebäude. Erst während der bisherigen Planungen hatte sich gezeigt, dass der bauliche Zustand einzelner Gebäudeteile deutlich schlechter ist als ursprünglich angenommen.

Auch bei den späteren Unterhaltskosten erwartet der Landkreis Einsparungen. Zudem vereinfacht die neue Planung die Erschließung des Geländes. Neue Parkmöglichkeiten können geschaffen und aufwendige Kanalbaumaßnahmen weitgehend vermieden werden. Dadurch soll eines der größten Schulbauprojekte der Region nicht nur günstiger, sondern auch schneller umgesetzt werden.

Fördergelder bleiben – Qualität ebenfalls

An der Finanzierung ändert sich trotz der neuen Planung kaum etwas. Die bereits zugesagten Fördermittel des Freistaats Bayern bleiben bestehen. Rund 90 Prozent der förderfähigen Kosten sollen weiterhin übernommen werden. Für den Landkreis als Schulträger reduziert sich dadurch die finanzielle Belastung erheblich.

Gespart werden soll allerdings nicht an der Bildungsqualität. Das neue Otto-Hahn-Gymnasium wird auf den heutigen Bedarf zugeschnitten und bietet künftig Platz für vier Klassen pro Jahrgang. Moderne Lernräume, Barrierefreiheit, Energieeffizienz und zeitgemäße pädagogische Konzepte stehen weiterhin im Mittelpunkt. Wie ein moderner Schulbau aussehen kann, zeigt bereits das benachbarte Gebäude der Fach- und Berufsoberschule, das derzeit teilweise auch vom Gymnasium genutzt wird.

Aula bleibt das Herzstück der Schule

Nicht alles Alte muss den Baggern weichen. Die Aula bleibt erhalten und wird nach den bereits vorliegenden Plänen saniert. Sie soll auch künftig das kulturelle Zentrum des Gymnasiums bilden und verbindet damit den historischen Charakter der Schule mit dem neuen Campus. Die vollständige Fertigstellung des neuen Schulcampus ist derzeit für das Jahr 2032 vorgesehen. Bis dahin wird die Schulfamilie noch Geduld brauchen – am Ziel einer modernen und zukunftsfähigen Schule hält der Landkreis unverändert fest.

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