Do., 24.09.2026 , 16:07 Uhr

Stadt Bamberg

Geflüchtete unter Zeitdruck: Asylunterkunft in Bamberg soll bald schließen

Neben Breitenau in Bamberg schließen weitere Unterkünfte für Flüchtlinge in Oberfranken

Der Freistaat Bayern möchte bis Ende 2027 ein Viertel seiner Unterkunftsplätze für Geflüchtete abbauen. Der Grund sind rückäufige Zugangszahlen. Außerdem verspricht sich der Freistaat Einsparpotentiale in Milliardenhöhe. Die Zielmarke für den Abbau sind 42.000 Plätze.

Auswirkungen in den Regionen

In Oberfranken sind verschiedene Standorte betroffen. So wird die Containerunterkunft in Schwarzenbach an der Saale aufgelöst, für die das Landratsamt Hof zuständig ist. Die Bereichsleiterin Katrin von Mammen ist guter Dinge, was die Vermittlung von 19 Personen angeht, die noch in der Unterkunft wohnen: „Wir nutzen zum Beispiel das Projekt WOFA, Wohnen für alle. Die Mitarbeiter sind in der Unterkunft gewesen und geben den Bewohner eine Art Nachhilfe für den Wohnungsmarkt.“ An anderen Standorten sind die Sorgen dagegen größer.

Breitenau in Bamberg betroffen

In der Bamberger Breitenau leben 90 Personen in einer Gemeinschaftsunterkunft, die die Regierung von Oberfranken bei der Stadt Bamberg angemietet hat. Der Vertrag wurde zum 31. Dezember gekündigt, wegen Renovierungsarbeiten sollen die Bewohner bereits zum 31.Oktober ausziehen. Safia Sajadi, die 2022 aus Afghanistan nach Deutschland und später nach Bamberg kam, sieht das kritisch: „Die Zeitspanne ist zu kurz.“  Simone Oswald vom Verein „Freund statt fremd“ weist auf die spezielle Situation von Geflüchteten hin: „Das sind für private Vermieter keine Wunschmieter.“ Allerdings gäbe es viele Beispiele, wonach Flüchtlinge gut auf dem Wohnungsmarkt untergekommen seien. Sogar Freundschaften seien entstand, so Simone Oswald.

Freistaat verteidigt Kurs

Holger Dremel ist nicht nur Abgeordneter im Stimmkreis Bamberg-Land, der frühere Polizist bringt seine Erfahrung als innenpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Landtag ein. Am Rande der Klausur auf Kloster Banz äußerte er sich gegenüber TVO zu dem Thema. „Die Emotionen verstehe ich“, so Dremel, der aber auch auf das Recht der Steuerzahler hinweist, dass der Freistaat Bayern Kapazitäten zurückbaut. Zudem gäbe es viele Bewohner, die als Asylbewerber bereits anerkannt seien. „Die müssten sich eh auf dem freien Markt um eine Wohnung kümmern“, sagt Holger Dremel, der aber auch verspricht, dass niemand auf der Straße landen müsse: „Wir verteilen die Leute in Bamberg Stadt und Land auf weiterhin bestehende Unterkünfte“. Doch aktuell besteht für die betreffenden Bewohner eine Drucksituation. Simone Oswald von „Freund statt fremd“ sorgt sich um Erfolge bei der Integration:  „Viele haben Arbeit, sie nutzen aber öffentliche Verkehrsmittel oder gehen zu Fuß. Eine neue Wohnung auf dem Land kann mitunter zu Problemen führen, da sind unter Umständen Jobs in Gefahr.“

Weitere Unterkünfte für Flüchtlinge in Oberfranken schließen 

Neben der Breitenau in Bamberg werden noch weitere Unterkünfte für Flüchtlinge in Oberfranken schließen. Darunter zwei Gemeinschaftsunterkünfte, die die Regierung von Oberfranken selbst verwaltet: Am Hundsanger in Kulmbach müssen die Bewohner ebenfalls bis zum 31. Oktober ausziehen. In der Sally-Ehrlich-Straße in Coburg bleibt ihnen bis Ende Februar nächsten Jahres Zeit.

Untertitel wurden automatisiert erstellt
Asyl Breitenau Flüchtlinge Holger Dremel Innenministerium Regierung von Oberfranken schließt Unterkunft

Das könnte Dich auch interessieren

18.08.2026 04:36 Min Asyl-Abbau XXL: Bayern baut 20.000 Asylunterkunftsplätze ab! Innenminister Herrmann sieht darin die Bestätigung der bayerischen Migrationspolitik 25.09.2026 04:41 Min Bratwurst, Bier und 50 Jahre: Florian Luderschmid feiert Geburtstag Partygäste loben Regierungspräsidenten in höchsten Tönen 30.03.2026 00:44 Min Energiehelden 2026 gesucht: Bürgerenergiepreis geht in nächste Runde Bewerbungsfrist endet am 22. Mai 05.10.2026 03:30 Min Unsichtbare Verbindungen: Die Gefahren des Ghost Pairing „Ghost Pairing“ heißt die neue Betrugsmasche bei WhatsApp, bei der die Täter sich unbemerkt Zugang zum Smartphone des Opfers verschaffen. Der Empfänger kann dabei nicht erkennen, dass dahinter eine unbekannte Person steckt und auch dem Absender bleiben die Nachrichten verborgen.  Das nutzen Betrüger aus, um eine Notsituation vorzutäuschen und im Zweifelsfall Geld zu erbeuten. Polizei