„Das Sicherheitskonzept bei öffentlichen Veranstaltungen ist in Bayreuth rissig“ – mit diesem Tenor haben sich die Bürgerstars Bayreuth gestern an die Öffentlichkeit gewandt. Im Mittelpunkt der Kritik stehen scheinbar fehlende Sicherungsseile an Auffahrsperren sowie Restaurantsitzplätze, die sich innerhalb ausgewiesener Sicherheitsbereiche befinden sollen.
Vorwürfe, die Bayreuths Oberbürgermeister Andreas Zippel (SPD) nicht auf sich sitzen lassen möchte. Er hat den TVO-Beitrag vom Vortag noch einmal genau unter die Lupe genommen und will die Situation aus Sicht der Stadt aufklären. Für ihn steht fest: Öffentliche Veranstaltungen in Bayreuth sind abgesichert.
Dabei geht es auch um sogenannte Oktagone – mobile Auffahrsperren, die Veranstaltungen vor Fahrzeugattacken schützen sollen. Nach Ansicht der Kritiker könnten diese Sperren ihre Funktion nicht vollständig erfüllen, wenn die vorhandenen Sicherungsseile nicht mit den dafür vorgesehenen Pollern verbunden sind. Dadurch könnten die Absperrungen möglicherweise verschoben werden.
Streit über den Umgang mit Verbesserungsvorschlägen
Neben den konkreten Sicherheitsmaßnahmen steht auch die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Bürgern in der Kritik. Bodo Löppert (Bürgerstars) wirft der Stadt dabei vor allem Arroganz vor. Verbesserungsvorschläge aus der Bürgerschaft bezüglich der Sicherheitskonzepte würden demnach nicht ausreichend gehört oder berücksichtigt.
Die Stadt weist diese Darstellung zurück. Oberbürgermeister Zippel betont, dass die Verantwortlichen die Sicherheitslage bei öffentlichen Veranstaltungen genau im Blick hätten und entsprechende Maßnahmen getroffen würden. Das Fachpersonal sei bereits im Rathaus tätig, und arbeitet mit Sicherheitskonzepten wie der Münchener Matrix. Diese ermöglicht das genaue Erfassen notwendiger Sicherungsmaßnahmen.
Die Diskussion macht zugleich ein grundsätzliches Spannungsfeld deutlich: Wie viel Sicherheit ist notwendig, ohne das öffentliche Leben in der Stadt einzuschränken? Eine dauerhafte und vollständige Absicherung des öffentlichen Raums hält Zippel für nicht sinnvoll. Sie würde seiner Ansicht nach das Leben aus Bayreuth verdrängen.
CSD als nächste Bewährungsprobe
Die nächste Bewährungsprobe für das Sicherheitskonzept der Stadt steht bereits am kommenden Samstag an. Dann werden mehr als 1.400 Menschen zum Christopher Street Day in Bayreuth erwartet.
Nach dem Anschlag in Berlin stehen sowohl die Stadt als auch die Polizei dabei besonders unter Druck. Die Sicherheitsmaßnahmen dürften deshalb genau beobachtet werden. Für Bayreuth wird der CSD damit nicht nur zu einem Fest für Vielfalt und Toleranz, sondern auch zu einem wichtigen Test für das bestehende Sicherheitskonzept.