Kulmbach hat am Sonntag (18. Oktober) hohen Besuch empfangen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau waren zu Gast bei einem ökumenischen Erntedankgottesdienst in der Kirche „Unsere Liebe Frau“. Seit 2017 besucht das deutsche Staatsoberhaupt traditionell im Herbst eine ländliche Region Deutschlands, um an einem Erntedankgottesdienst teilzunehmen und die Erntekrone entgegenzunehmen. Dabei steht insbesondere die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft im Mittelpunkt. Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs ist die Übergabe einer Erntekrone, die von den örtlichen Landfrauen in aufwendiger Handarbeit gebunden wird. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Kulmbach in Oberfranken, das damit zum Schauplatz dieser besonderen Tradition wurde.
Sieben Tage Handarbeit für die Erntekrone
Ein besonderer Blickfang beim Gottesdienst war die kunstvoll gebundene Erntekrone, die Bundespräsident Steinmeier entgegennehmen durfte. Sie besteht aus vier Streben, die mit den wichtigsten Getreidesorten der Region geschmückt sind: Roggen, Gerste, Weizen und Hafer. Die Kulmbacher Landfrauen investierten sieben Tage lang Abend für Abend ihre Zeit in die aufwendige Herstellung. Nach der Arbeit auf den Feldern und im Stall widmeten sie sich dem Binden der Krone, die schließlich ihren Weg nach Berlin antreten soll. Für Beate Opel, Bezirks- und Kreisbäuerin Kulmbach, ist die Erntekrone weit mehr als ein festlicher Schmuck: Sie verkörpert den Herzschlag und die Seele der Landwirtschaft und steht für Dankbarkeit gegenüber der Ernte und der landwirtschaftlichen Arbeit.
Landwirtschaft als Grundlage unserer Lebensmittelversorgung
Bundespräsident Steinmeier lenkte in seiner Rede den Blick auf die Bedeutung dieser Arbeit für die gesamte Gesellschaft. Denn eine sichere Versorgung mit Lebensmitteln wäre ohne den Einsatz zahlreicher Landwirtinnen und Landwirte nicht möglich. Auch Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, thematisierte die Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Bevölkerung und machte deutlich, dass ihre Leistungen häufig als selbstverständlich angesehen werden. Der Besuch bot damit Gelegenheit, die Arbeit der landwirtschaftlichen Betriebe und ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Stolz in Kulmbach: Empfang für das Staatsoberhaupt
Auch Kulmbachs Oberbürgermeister Ralf Hartnack zeigte sich erfreut über den Besuch des Bundespräsidenten. Für Kulmbach war es eine besondere Gelegenheit, sich als Gastgeber eines bundesweit bedeutenden Erntedanktermins zu zeigen. Neben dem Gottesdienst und der Übergabe der Erntekrone gehörte auch ein Eintrag in das Goldene Buch der Stadt zum Programm. Damit wurde der Besuch des Bundespräsidenten auch für Kulmbach selbst zu einem besonderen Ereignis.