Mufflons sind wilde Schafe. Als Lebensraum gilt gebirgiges Gebiet, doch das muss nicht sein. 8000 dieser Tiere sollen in Deutschland leben. Eine Herde hat sich im Osten der Stadt Coburg breit gemacht, 20 bis 30 Mufflons sollen zwischen Löbelstein und Seidmannsdorf unterwegs sein.
Satt durch Biogemüse
Bio-Landwirt Maximilian Reißenweber wollte am Rand von Löbelstein versuchsweise Gemüse anbauen, um sein Sortiment zu erweitern. Die Pflanzen schützte er mit einem Wildzaun, die Mufflons hatte er bereits wahrgenommen. Dann verfingen sich ein wildes Schaf und später ein Reh im Zaun. „Eigentlich war alles rechtmäßig, aber wir wollten keinen Ärger mit dem zuständigen Jäger und der Polizei“, so Reißenweber, der Zaun kam demnach weg. Damit begann das Ärgernis: binnen zweier Wochen hätte die Herde im Garten große Schäden angerichtet. „Im unteren vierstelligen Bereich“, so der Bio-Landwirt. Mehr ärgert ihn aber, dass er die Ware nicht im neuen Shop in Löbelstein anbieten kann, darauf habe sich die Kundschaft eigentlich verlassen.
Aufklärung als oberstes Ziel
Mit seinem Vater Mathias geht der Landwirt nun gezielt an die Öffentlichkeit. „Viele wissen doch gar nicht, dass es Mufflons in Coburg gibt“, sagt Maximilian Reißenweber, „viele denken, dass sind entflohene Schafe und rufen die Polizei.“ Auch die Beamten seien mit Identifizierung der Tiere überfordert. Neben Aufklärung hoffen die Reißenwebers, dass der Bestand besser kontrolliert wird. Sie selbst ergreifen Maßnahmen: im nächsten Jahr wird die 800 Quadratmeter große Gartenfläche mit einem festen Zaun umbaut.