Er ist seit über 20 Jahren ein gern gesehener und vor allem gern gehörter Gast in Bamberg: Jörg Widmann. Der 52-jährige ist ein Multitalent, er spielt Klarinette auf Weltniveau, komponiert Werke, die von Kent Nagano oder Jonathon Nott uraufgeführt werden und er dirigiert Spitzenorchester. So wie eben die Bamberger Symphoniker.
Mendelssohn im Fokus
Das Multitalent Jörg Widmann nahm bei seinem letzten Gastspiel in Bamberg einen Bruder im Geiste in den Fokus. Felix Mendelssohn Bartholdy ist bis heute ein bewunderter Komponist, zu Lebzeiten im 19. Jahrhundert war ein gefragter Dirigent und Organist. Ein Programmpunkt ist die – Zitat Jörg Widmann – „genialische“ erste Sinfonie von Mendelssohn, der zur Entstehung erst 15 Jahre alt war.
Eigenes Werk mit Anspruch
„Der Versuch über die Fuge“ ist ein Werk aus Jörg Widmanns Feder, das den großen Bogen von Bach über Mozart bis hin zur Neuzeit spannt. „Es soll aber nicht wie Neue Musik klingen“, gibt der Komponist den Orchestermitgliedern auf den Weg. Ursprünglich sei das Werk ein Streichquartett gewesen, das Jörg Widmann um eine Sopranstimme und eine Solo-Oboe ergänzt hat und für ein Kammerorchester umgeschrieben hat. Es bedeutet Gesprächsbedarf, aber immer auf Augenhöhe: „Für mich ist das jedes Mal ein musikalisches und menschliches Nachhausekommen.“