Wie wirken sich geopolitische Krisen auf den Mittelstand in Deutschland und am Ende bei uns in Oberfranken aus? Ganz unterschiedlich, findet Professorin Gerlinde Groitl. Sie ist Gründerin des Instituts für Strategie und Sicherheit in München, kurz ISS. „Lieferkettenengpässe treffen die Industrie oft sofort, ein Handwerksbetrieb merkt davon nichts“, so die Expertin. In Forchheim war sie Gast der VR Bank Bamberg-Forchheim und hielt einen Vortrag.
Die Aufgaben warten im Inland
Gerlinde Groitl sieht die großen Aufgaben im Inland. „Bürokratie, Energiepreise, Gründergeist, es gäbe viele Baustellen“, sagt die Referentin. Wäre Deutschland besser gewappnet, könnte es Krisen beruhigter entgegensehen. Eine Einschätzung, die die hiesige Wirtschaft teilt.
Reformbedarf im Fokus
„Wir schauen oft aufs Weltgeschehen, vergessen die Sorgen der Wirtschaft im eigenen Land“, moniert Michael Waasner, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth. „2025 haben wir auf Reformen gewartet, die müssen in diesem Jahr endlich kommen“, ergänzt HWK-Präsident Matthias Graßmann. Der Unternehmer Markus Giegold aus dem Landkreis Forchheim vermisst eine gewisse Wertschätzung: „Unternehmer sind keine Ausbeuter, wir wissen um die Verantwortung für unsere Mitarbeiter.“ Die drei Wirtschaftsvertreter kamen im Vorfeld der Veranstaltung mit Gerlinde Groitl zusammen und diskutierten eine Stunde lang.