Müllentsorgung ist teuer, und auch ziemlich aufwendig. Jedenfalls wenn man es nach den deutschen Vorschriften macht. Das dachte sich auch ein Unternehmer aus der Oberpfalz, der hier das schnelle Geld gesehen hat, und entsorgte seinen Unrat kurzerhand illegal in Tschechien.
700 Tonnen Müll im Dorf
Im kleinen Örtchen Jirikov, nah der Grenze zu Sachsen, türmte sich über die Zeit ein Haufen auf, der knapp 700 Tonnen wog. Der Müll bestand größtenteils aus Glas- und Kohlefaserverbundstoffen. Ein Haufen der somit schwer zu übersehen, weshalb sich die tschechischen Behörden der Sache annahmen. Fest stand: Der Haufen muss weg. Als klar wurde, dass der Verursacher aus Weiden in der Oberpfalz stammt, nahmen auch der Zoll an der Ermittlung teil.
Festnahme im August
Michael R. ein Unternehmer aus Weiden in der Oberpfalz wurde am 21. August 2025 festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Weiden wirft ihm vor in mehr als 21 Fällen illegal, gefährliche als auch nicht gefährliche Abfälle in das Europäische Ausland verbracht zu haben. Diese wurden jetzt vorerst auf Kosten des Freistaat Bayern entfernt.
Hof nur Zwischenlager
In Hof werden nun knapp 300 Tonnen des weit gereisten Mülls zwischengelagert. Diese werden vermutlich ein knappes Jahr in Hof verbleiben, bis eine Entscheidung im Prozess um Michael R. gefallen ist. Da das Unternehmen des R. insolvent ist, bleibt es jedoch eine Möglichkeit, dass die Kosten für die Entsorgung letztlich dem Freistaat, und somit den Steuerzahlern zur Last fallen.