Steigende Preise machen Dieselkraftstoff zunehmend zu einem begehrten Gut – auch für Kriminelle. In Oberfranken wurden zuletzt vermehrt Fälle von Kraftstoffdiebstahl registriert. Betroffen sind vor allem Lastwagen sowie Baustellenfahrzeuge, deren Tanks gezielt angezapft werden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberfranken besteht jedoch kein direkter Zusammenhang zwischen den aktuellen Diebstählen und den gestiegenen Rohölpreisen infolge internationaler Konflikte.
Unternehmen setzen auf Prävention und sichere Technik
Das Speditionsunternehmen Güttler Logistik aus Hof blieb bislang von solchen Vorfällen verschont. Geschäftsführer Johannes Reuther führt dies vor allem auf die Erfahrung und das Verantwortungsbewusstsein seiner Mitarbeiter zurück. Neben der transportierten Ware rückt inzwischen auch der Tankinhalt stärker in den Fokus: Diesel gilt als wertvolles Gut, das entsprechend geschützt werden muss.
Zusätzlich investiert das Unternehmen in besonders gesicherte Tanksysteme. Diese lassen sich nur mit erheblichem Aufwand gewaltsam öffnen, was potenzielle Täter abschrecken soll. Dennoch bleibt menschliche Unachtsamkeit ein Risikofaktor, der Diebstähle begünstigen kann.
Polizei warnt vor professionellem Vorgehen der Täter
Die Polizei beschreibt ein gezieltes und oft schnelles Vorgehen der Diebe: Mit eigenen Fahrzeugen fahren sie neben abgestellte LKW, pumpen den Kraftstoff direkt in ihre Tanks um und flüchten anschließend. Um solche Taten zu verhindern, raten die Behörden zu erhöhter Wachsamkeit und geeigneten Sicherungsmaßnahmen.
Für die Täter ist das Risiko erheblich: Kraftstoffdiebstahl wird in Deutschland strafrechtlich verfolgt. Je nach Vorgehen – etwa bei gewaltsamem Aufbrechen eines Tanks – kann der Tatbestand des schweren Diebstahls erfüllt sein. In solchen Fällen drohen Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren.