Der Wegfall des Tankrabatts sorgt bei vielen Landwirten für Sorge. Für Thomas Lippert vom Bayerischen Bauernverband bedeutet das Ende der staatlichen Entlastung vor allem eines: eine weitere finanzielle Belastung für die heimische Landwirtschaft. Sollten die bislang um 17 Cent pro Liter gesenkten Kraftstoffsteuern wegfallen und die Preise an den Zapfsäulen wieder deutlich steigen, werde die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe maßgeblich vom Ertrag der diesjährigen Ernte abhängen. Wie dieser ausfällt, ist derzeit jedoch noch ungewiss.
Zusätzlicher Kostendruck für die Landwirtschaft
Trotz steigender Kraftstoffkosten rechnet Lippert nicht mit einem Ansturm der Landwirte auf die Tankstellen vor dem Auslaufen des Tankrabatts. Die Betriebe seien auf ihre Arbeitsabläufe angewiesen und könnten ihren Dieselbedarf nur begrenzt vorziehen. Gleichzeitig stehen viele Bauern unter Druck: Die Kosten steigen, während die Einnahmen von Faktoren abhängen, die sie nur bedingt beeinflussen können.
Ernte duldet keinen Aufschub
Die aktuelle Situation gleicht für viele Landwirte einem Balanceakt. Unabhängig von den Kraftstoffpreisen müssen die Arbeiten auf den Feldern fortgesetzt werden. Wird das Heu erneut nass oder werden Feldfrüchte zu spät geerntet, drohen Qualitätseinbußen und Ertragsverluste. Im schlimmsten Fall könne die Arbeit eines ganzen Erntejahres nur noch als Tierfutter genutzt werden. Für die Betriebe steht damit viel auf dem Spiel.
Politik verweist auf Haushaltslage
Die Bundesregierung hält das Ende des Tankrabatts für gerechtfertigt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz erklärte schriftlich, die Maßnahme sei als kurzfristige Reaktion auf eine außergewöhnliche Krisensituation gedacht gewesen. Angesichts von Kosten in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro innerhalb von nur zwei Monaten sei eine Verlängerung weder finanzpolitisch vertretbar noch ausreichend zielgerichtet. Zudem hätten Analysen gezeigt, dass die Entlastung nicht immer vollständig bei den Verbrauchern angekommen sei und insbesondere Vielfahrer sowie Besitzer verbrauchsstarker Fahrzeuge profitiert hätten.
Auch die Union bewertet das Auslaufen des Tankrabatts grundsätzlich als notwendig und verweist auf die angespannte Haushaltslage. Der Hofer CSU-Bundestagsabgeordnete Heiko Hain schließt jedoch künftige Entlastungsmaßnahmen nicht aus. Wie solche Hilfen konkret aussehen könnten und ob die Landwirtschaft davon profitieren würde, bleibt derzeit offen. Den heimischen Landwirten bleibt damit vorerst vor allem die Hoffnung auf eine ertragreiche Ernte.