„Das Cabinet des Dr. Caligari“ gilt als Meilenstein in der deutschen Kinogeschichte. Der Stummfilm von 1920 ist ein Beispiel für die damalige Bewegung des Expressionismus. Carl Mayer und Hans Janowitz schrieben das Drehbuch, Robert Wiene führte Regie.
„Caligari“ als Auftragswerk
2026 kehrt die Geschichte um den mysteriösen Schaubudenbetreiber zurück, diesmal auf die Opernbühne. Der damalige Intendant Bernhard Loges gab „Caligari“ in Auftrag, Ulrich Kreppein begann mit der Komposition. Alexander Charim steuert nicht nur das Libretto bei, er inszeniert auch im GLOBE. Der Regisseur geht dabei bewusst neue Wege. Die Story folgt im ersten Teil noch in Teilen der Filmhandlung, doch Charim wollte auch Bezüge zur aktuellen Zeit schaffen. „Wir erleben sehr viel Unsicherheit, zweifeln Aussagen und sogar Fakten an. Das ist fürs Theater natürlich eine gute Grundlage“, erklärt der Regisseur.
Der Stummfilm lernt das Sprechen
Alexander Charim sah sich zudem vor der Herausforderung, den Figuren im Stück einen Text zu geben, der die Geschichte vorantreibt und auch singbar ist. Ulrich Kreppein wiederum wollte keine Stummfilmmusik komponieren, sondern eine eigenständige Oper. „Ein cineastischer Bezug bleibt aber, da ich Klangwelten erschaffen wollte, die die Atmosphäre der jeweiligen Szenen gut einfangen“, erklärt der Komponist. Kreppein setzt auf moderne, ungewöhnliche Spieltechniken, z.B. bei der Geige, die eine unheimliche, angespannte oder panische Stimmung widergeben.
Ein Countertenor als Cesare
Im Stück nimmt die Rolle des Cesare einen wichtigen Part ein. Der Somnambule (Schlafwandler) wird von Dr. Caligari als Jahrmarktsattraktion vorgeführt. Die Freude Franzis und Alan besuchen diese Präsentation. Cesare, der angeblich die Zukunft sehen kann, sagt Alan den Tod bis zum Morgengrauen voraus. Tatsächlich ist es der Schlafwandler selbst, der mordend durch die Stadt zieht und auch Alan tötet. Die Rolle verkörpert mit Elmar Hauser ein Counter-Tenor, also ein Mann, der in hoher Stimmlage singen kann. „Das hat etwas körperloses“, findet Komponist Ulrich Kreppein, der die Figur auch als Projektionsfläche der anderen Handelnden versteht.
Nur fünf Termine in Coburg
Premiere feiert „Caligari“ am 19.09. um 19:30 Uhr. Danach folgen nur vier weitere Gelegenheiten, das Werk als Uraufführung zu erleben: