Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am 27. Oktober einen neuen Arbeitsstand bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle veröffentlicht. Demnach wird Oberfranken aufgrund der bisherigen geologischen Prüfungen nicht weiter betrachtet. Eine rechtsverbindliche Entscheidung steht allerdings noch aus.
Geologische Voraussetzungen sprechen dagegen
Landrat Peter Berek sieht die Entwicklung bestätigt: „Dass Oberfranken nach den bisherigen Prüfungen nicht weiter betrachtet werden wird, entspricht unseren Erwartungen.“ Die geologischen Gründe gegen eine Eignung der Region habe die regionale Koordinierungsstelle bereits mehrfach aufgezeigt.
Auch Dr. Andreas Peterek, Leiter der Regionalen Koordinierungsstelle Oberfranken, hält das Ergebnis für nachvollziehbar. Im Osten der Region seien unter anderem die geologischen Besonderheiten des Egergrabens, Vulkanismus und fehlendes Deckgebirge ausschlaggebend. Im westlichen Oberfranken gebe es in der relevanten Tiefe kein geeignetes Gestein.
Endgültige Entscheidung steht noch aus
Der aktuelle Arbeitsstand ist im interaktiven Endlagersuche-Navigator der BGE einsehbar. Er zeigt, welche Gebiete weiter geprüft werden und welche aus der Betrachtung ausscheiden. Die Ergebnisse sind jedoch noch nicht rechtsverbindlich. Über die Standortregionen für die übertägigen Erkundungen wird erst in einem weiteren gesetzlich geregelten Verfahren entschieden.
Ziel ist es, einen Standort zu finden, an dem hochradioaktive Abfälle mindestens eine Million Jahre sicher gelagert werden können. Dafür untersucht die BGE geeignete Gesteinsformationen in 300 bis 1500 Metern Tiefe. Ihren Vorschlag für die weitere Standortauswahl will sie nach derzeitiger Planung Ende 2027 vorlegen.
Bürger können sich weiter beteiligen
Die Regionale Koordinierungsstelle begleitet das Verfahren im Auftrag der neun oberfränkischen Landkreise und der vier kreisfreien Städte. Sie wertet die Veröffentlichungen der BGE und des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung aus und unterstützt die Kommunen bei der Einordnung der Ergebnisse.
Bürgerinnen und Bürger können sich ebenfalls informieren und in das Verfahren einbringen. Eine Gelegenheit bietet das fünfte Forum Endlagersuche am 13. und 14. November 2026 in Erfurt und online. Für Landrat Berek bleibt entscheidend, dass die Standortsuche auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und die bestmögliche Sicherheit gewährleistet.