Di., 19.05.2026 , 17:30 Uhr

Oberfranken

"Es ist ausbaufähig": Kinder können immer schlechter schwimmen!

Nicht nur die Kinder, sondern vor allem die Eltern müssen aktiv werden

Immer weniger Kinder in Oberfranken können sicher schwimmen. Schwimmvereine und Schwimmausbilder beobachten seit Jahren einen besorgniserregenden Trend: Viele Mädchen und Jungen haben große Angst vor dem Wasser oder kommen erstmals überhaupt mit Schwimmunterricht in Berührung. Die Folgen können dramatisch sein – denn fehlende Schwimmkenntnisse erhöhen das Risiko von Badeunfällen erheblich.

Ein Grund dafür liegt nach Einschätzung vieler Schwimmtrainer auch im familiären Umfeld. Besonders Familien mit Migrationshintergrund hätten oft selbst keinen engen Bezug zum Schwimmen oder zu Freibad- und Vereinskultur. Dadurch fehle Kindern häufig schon früh der Kontakt zum Wasser. Experten betonen jedoch, dass Kinder trotz kultureller Unterschiede unbedingt an das Schwimmen und die Gefahren am Wasser herangeführt werden müssen.

Gleichzeitig sehen Schwimmvereine auch die Eltern in der Verantwortung. Sie müssten ihre Kinder aktiv unterstützen, regelmäßig mit ihnen üben und die Bedeutung des Schwimmenlernens ernst nehmen. Allein auf Schulen oder Vereine könne diese Aufgabe nicht abgewälzt werden.

Ein weiteres Problem ist der Mangel an Schwimmkursen. In vielen Städten und Gemeinden fehlen ausreichend Angebote, die Wartelisten sind lang. Viele Schwimmlehrer engagieren sich ehrenamtlich oder investieren ihre Freizeit in die Ausbildung der Kinder. Dadurch stoßen Vereine personell und organisatorisch immer häufiger an ihre Grenzen.

Für die Schwimmerzieher ist die Arbeit zudem anspruchsvoller geworden. Viele Kinder bringen große Unsicherheiten oder sogar Angst vor dem Wasser mit. Um Vertrauen aufzubauen, sei viel Geduld und Einfühlungsvermögen notwendig. Oft dauere es Wochen, bis Kinder überhaupt den Kopf unter Wasser tauchen oder sich ohne Hilfe im Becken bewegen.

Schwimmvereine und DLRG appellieren deshalb an Politik und Eltern gleichermaßen: Mehr Kurse, bessere Unterstützung für Ehrenamtliche und frühzeitige Wassergewöhnung seien entscheidend, damit Kinder in Oberfranken wieder sicher schwimmen lernen.

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