Am Landgericht Bamberg beginnt am kommenden Montag (12. Oktober) die Neuauflage des aufsehenerregenden Prozesses um einen mutmaßlichen „Mord ohne Leiche“. Ein 75-jähriger Mann muss sich erneut wegen Mordes verantworten, da der Bundesgerichtshof seine vorherige Verurteilung aufgehoben hat.
Tödliches Ende einer geplanten Auswanderung
Dem Angeklagten Joseph H. wird zur Last gelegt, seine Lebensgefährtin im August 2024 aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. Die Frau wollte überraschend allein in ihre Heimat Bulgarien zurückkehren, obwohl der Senior für die eigentlich gemeinsame Auswanderung bereits sein gesamtes Hab und Gut in Deutschland verkauft hatte. Von der Leiche des Opfers, das er 2023 im Rotlichtmilieu kennengelernt hatte, fehlt bis heute jede Spur.
Umfangreiche Neuverhandlung vor Gericht
Bereits im Oktober 2025 war der Rentner zunächst wegen Totschlags verurteilt worden, ehe der BGH das Urteil im Mai 2026 kassierte und den Fall an eine andere Strafkammer zurückverwies. Das nun startende Verfahren wird erneut äußerst komplex und zeitintensiv ausfallen. Das Gericht hat für die Wahrheitsfindung über 30 Verhandlungstage angesetzt, die sich bis in den Januar 2027 erstrecken werden.