Die Stadt Hof darf ihren Haushalt für 2026 vorerst nicht wie geplant umsetzen. Die Regierung von Oberfranken hat die Genehmigung verweigert. Hauptgrund ist die geplante Kreditaufnahme von rund 17,6 Millionen Euro. Nach Einschätzung der Regierung ist die dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt damit nicht ausreichend gewährleistet.
Der Haushalt sieht Ausgaben von rund 216,2 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und knapp 50,8 Millionen Euro im Vermögenshaushalt vor. Gleichzeitig reichen die laufenden Einnahmen der Stadt nicht aus, um den Verwaltungshaushalt aus eigener Kraft auszugleichen. Stattdessen müssen rund 6,6 Millionen Euro aus Rücklagen entnommen werden. Dadurch würde die gesetzlich vorgeschriebene Mindestrücklage unterschritten.
Stadt bleibt in der haushaltslosen Zeit
Die Stadt Hof muss deshalb weiterhin nach den Regeln der sogenannten haushaltslosen Zeit wirtschaften. Ausgaben und neue finanzielle Verpflichtungen unterliegen damit besonderen gesetzlichen Einschränkungen.
Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß bezeichnet die Lage als ernst. Gleichzeitig sieht er die Notwendigkeit, Ausgaben kritisch zu hinterfragen und Einsparpotenziale zu nutzen. Ziel sei es, zu sparen und zu konsolidieren – allerdings mit Augenmaß. Die Lebens- und Aufenthaltsqualität in Hof solle dabei erhalten bleiben.
Viele Millionen für Sanierungen nötig
Wie groß der finanzielle Druck ist, zeigt der Blick auf die anstehenden Investitionen. Allein die Generalsanierung des Schulzentrums Rosenbühl wird inzwischen auf 75 bis 80 Millionen Euro geschätzt. Auch andere Projekte stehen an: etwa die Erneuerung der Friedrich-Ebert-Brücke für rund sechs Millionen Euro, der Ausbau der Königstraße für 2,5 Millionen Euro sowie weitere Sanierungen an Straßen, Sportanlagen und historischen Gebäuden.
Hinzu kommen notwendige Investitionen bei Feuerwehr und Bauhof. Die Stadt steht damit vor der Herausforderung, wichtige Infrastruktur zu erhalten und gleichzeitig ihre finanzielle Situation zu stabilisieren.