Ein Klassenzimmer, eine Lehrerin und mittendrin eine kleine Fellnase, die alle Herzen im Sturm erobert: Fritzi ist eineinhalb Jahre alt, eine Mini-Australian-Shepherd-Pudel-Mischung und ein ganz besonderes Mitglied des Schulteams der Carl-von-Linde-Realschule in Kulmbach. Gemeinsam mit ihrem Frauchen, einer Sozialkunde- und Sportlehrerin, sorgt sie für frischen Wind im Schulalltag.
Sitz, Platz, Schulalltag!
Doch Fritzi ist weit mehr als ein niedlicher Besuch auf vier Pfoten. Als ausgebildete Schulhündin hat sie einen wichtigen Job: Sie soll für eine entspannte Lernatmosphäre sorgen, Stress abbauen und das Miteinander stärken. Dafür musste sie zunächst selbst die Schulbank drücken. Ein intensives Mensch-Hund-Training und eine erfolgreich absolvierte Therapie-Begleithund-Prüfung haben sie auf ihren Einsatz im Klassenzimmer vorbereitet. Und natürlich hat sie auch den einen oder anderen Trick auf Lager, mit dem sie ihren zweibeinigen Mitschülern den Schulalltag versüßt.
Streicheleinheiten statt Schulstress
Wenn es im Klassenzimmer einmal hektisch wird, ist Fritzi gerne zur Stelle. Ihre bloße Anwesenheit kann schon beruhigend wirken. Manche Schülerinnen und Schüler kommen sogar bis zu 20 Minuten früher zur Schule – nur, um vor Unterrichtsbeginn noch ein paar Streicheleinheiten abzustauben. Damit das Zusammenleben funktioniert, gibt es allerdings klare Regeln: Die Kinder lernen, wie sie respektvoll mit Fritzi umgehen und ihre Bedürfnisse erkennen. Schließlich soll sich auch die vierbeinige Kollegin rundum wohlfühlen. Dass das Schulhund-Konzept an der Carl-von-Linde-Realschule auf offene Ohren stieß, lag auch am Schulleiter Dr. Niedermeier, der bereits gute Erfahrungen damit kannte.
Auch Fritzi braucht mal Feierabend
Drei Klassen gehören inzwischen zu Fritzis Einsatzgebiet. Zwei bis drei Schultage pro Woche reichen der jungen Hündin aber völlig aus. Ihr Frauchen achtet genau darauf, dass sie nicht überfordert wird. Und wenn der Trubel einmal zu viel wird, gibt es einen ganz besonderen Rückzugsort: Fritzis eigenes Hundebett. Dort gilt die wichtigste Schulregel überhaupt: Bitte nicht stören! Denn auch eine Schulhündin braucht ihre Pausen. Nach so vielen Begegnungen, Streicheleinheiten und dem einen oder anderen Leckerli ist schließlich selbst Fritzi irgendwann hundemüde. Aber eines steht fest: Mit ihr wird Schule zu einem Erlebnis, bei dem nicht nur der Unterrichtsstoff, sondern auch die Herzen bewegt werden.