Er spielte sich in den sozialen Medien als großer Samariter auf, half unter anderem als Bundeswehrsoldat im Ahrtal während der Flutkatastrophe im Juli 2021. Später feierte er sich als Legionär im Ukrainekrieg. Doch, dass der Trip an die Front eigentlich nur eine Flucht war, wurde erst bekannt, als er in seiner Heimat angeklagt wurde.
Ben R. soll Frauen vergewaltigt und Sexvideos ins Netz gestellt haben.
Ben R. soll zwischen 2015 und 2020 unter anderem mehrere Frauen vergewaltigt und sie dabei gefilmt sowie die Aufnahmen später ins Internet gestellt haben. Am Dienstag (23. Dezember) fiel nach acht Verhandlungstagen mit 13 Zeugen und sechs Sachverständigen das Urteil vor dem Landgericht Hof. Der 30-Jährige muss für sechs Jahre und drei Monate in Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Ben R. wurde in vier Vergewaltigungen freigesprochen – Nebenklägerinnen können in Revision gehen
Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte, wie bereits zugegeben, in der Schweiz eine Frau schwer vergewaltigte. In anderen Anklagepunkten wegen Vergewaltigungen weiterer Frauen wurde Ben R. freigesprochen. Ob die Nebenklägerinnen in Revision gehen, steht noch nicht fest. Die Chancen auf Erfolg seien laut einem Anwalt eher gering.
Weiterführende Informationen:
Prozess gegen Ex-Soldaten am Landgericht Hof: Urteil wird am Dienstag erwartet
Prozess gegen mutmaßlichen Serienvergewaltiger: Verteidigung fordert Freispruch für Ex-Soldaten
Hofer Prozess um mutmaßlichen Serienvergewaltiger: Ex-Freundin sagt vor Gericht aus
Ex-Soldat wegen mehrfacher Vergewaltigung angeklagt: Prozessauftakt am Landgericht Hof