Do., 05.06.2025 , 19:03 Uhr

Oberfranken

Jobwelt Oberfranken: Diskussion um 15 Euro als Mindestlohn

Die Politik hat die Zielmarke gesetzt, doch die Wirtschaft ist skeptisch

12,82 Euro – so hoch ist der aktuelle Mindestlohn in Deutschland. Im Koalitionsvertrag von CDU/ CSU und SPD steht als Zielmarke die Höhe von 15 Euro. In diesem Monat wird eine unabhängige Kommission beschließen, ob es soweit kommt.

Wirtschaft ist skeptisch

Aus der Wirtschaft sind skeptische bis ablehnende Töne zu hören. „Das passt nicht in die Zeit“, sagt Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Im TVO-Interview zählt er Branchen auf, in denen die 15 Euro zum Problem zählen werden, zum Beispiel die Gastronomie und die Landwirtschaft. „Wer gerne Spargel isst, müsste sich auf noch höhere Preise einstellen“, ist sich Brossardt sich.

Gewerkschaft glaubt an die 15 Euro

Vom Deutschen Gewerkschaftsbund kommt dagegen ein Plädoyer für den Mindestlohn von 15 Euro. Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt glaubt an positive Effekte für die Binnennachfrage. Und erinnert sich: „Bei der Einführung des Mindestlohns vor zehn Jahren gab es laut Kritik, später zeigte sich der Erfolg der Maßnahme.“

Politik auf dem Papier einig

Einigkeit müsste bei diesem Thema bei der Koalitionspartnern im Bund herrschen. In ihrem Vertrag haben sich CDU/ CSU und SPD auf die 15 Euro geeinigt. Doch der Coburger Bundestagsabgeordnete Jonas Geissler ist skeptisch, ob die Zielmarke in diesem Jahr schon erreicht werden kann und muss. „2027 oder 2028 sieht es ganz anders aus“, ist sich der CSU-Politiker sicher. Der Bamberger SPD-Abgeordnete Andreas Schwarz plädiert für die sofortige Erhöhung. Er glaubt, dass das Geld schnell wieder in den Kreislauf kommt: „Das Leben ist ja auch ganz schön teuer geworden.“

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