Es ist kein normales Firmenjubiläum, das da in Münchberg im Landkreis Hof gefeiert wird. Die GOLDNER GmbH wird 100. „Da ist als Textilunternehmen in Deutschland wahrlich besonders“, findet Landrat Oliver Bär, der am letzten Freitag (12.06.) zu den Ehrengästen im Festzelt gehörte. Der Platz vor dem GOLDNER-Gebäude verwandelte sich in eine Feiermeile.
Dank des Freistaats
Als Ehrenredner kam auch Staatsminister Joachim Herrmann nach Münchberg. Der CSU-Politiker lobte vor allem einen Parteikollegen: den Unternehmer Klaus Wirth. Standorttreue habe der bewiesen, Arbeitsplätze in Oberfranken gehalten. „Dafür gebührt Ihnen der Dank meiner Kabinettskollegen“, so Herrmann. Für Klaus Wirth selbst gab es nach dessen Festrede Standing Ovations.
Unternehmerlegende mit Herz
Zurecht, wenn man den Worten der Belegschaft glauben mag. „Einmalig“ sei Klaus Wirth, ein „sozialer Chef“, der sein Unternehmen wie eine Familie behandelt habe. Wirth selbst pflichtet dem gerne bei. Sein Vater Heinrich und sein Onkel Christian gründeten das Unternehmen. Er selbst, Jahrgang 1935, musste Anfang 1961 Verantwortung übernehmen: „Mein Vater war krank, zog sich zeitweise aus der Führung zurück. Von heute auf morgen kehrte ich nach Münchberg zurück, arbeitete teils sieben Tage die Woche“. Mit Erfolg: zusammen mit seiner Frau Sibille richtete Klaus Wirth das Unternehmen auf eine reifere Zielgruppe aus. Schon zuvor war aus dem Damenwäschehändler eine Versandunternehmen für hochwertige Mode geworden.
Feier ein Blick nach vorn
Eine Modenschau bei der Jubiläumsfeier lässt die Jahrzehnte Revue passieren. CEO Marcus Antoin blickt schon voraus. Das Thema KI werde immer wichtiger, der nächste Winterkatalog (das Unternehmen setzt zwar auf online, gibt den gedruckten Katalog aber nicht auf!) werde aus KI-generierten Bildern bestehen. „Zum Wohl der Kundinnen“, sagt Anton, der aber generell den Mensch im Mittelpunkt sieht. „Es ist so viel Know How, so viel Gefühl vorhanden, das wollen wir nicht missen“, so der CEO.