Bis vor kurzem mussten die kleinen Meisen bei unseren TVO-Kollegen Kai Losert noch intensiv gewärmt werden. Mittlerweile hat sich das verändert: Die Elternvögel übernehmen nun vor allem die Futtersuche und versorgen ihren Nachwuchs zuverlässig. In Kürze beginnt für die Küken die sogenannte Ästlingsphase. In dieser wichtigen Entwicklungszeit verlassen sie erstmals das Nest – stets unter den wachsamen Augen ihrer Eltern. Dabei wagen sie ihre ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit, ein entscheidender Abschnitt in ihrem Leben. Dieses Verhalten ist nicht nur bei Meisen zu beobachten, sondern auch bei vielen anderen Vogelarten, darunter etwa Bodenbrüter.
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht
Immer wieder entdecken Spaziergänger solche Jungvögel und handeln aus bester Absicht – machen dabei jedoch häufig Fehler. Nicht selten werden die Tiere mitgenommen oder in ein anderes Nest gesetzt. Dadurch kann jedoch die enge Bindung zwischen Jungvogel und Eltern erheblich gestört oder sogar vollständig unterbrochen werden. Die Folgen können gravierend sein: Mangelernährung, Fehlprägungen oder Probleme mit dem Federwachstum sind mögliche Konsequenzen. In einigen Fällen lernen die Jungvögel dadurch sogar nicht mehr richtig zu fliegen.
So kann man wirklich helfen
Wer Jungvögeln tatsächlich helfen möchte, setzt besser auf eine naturnahe Gartengestaltung. Heimische Pflanzen und dichte Sträucher bieten wichtigen Schutz und geeignete Lebensräume. Außerdem sollte man Katzen während der Brut- und Aufzuchtzeit möglichst im Haus halten. So erhalten die Jungvögel – auch hier in Oberfranken – die besten Voraussetzungen, sicher aufzuwachsen und alles Wichtige für ihr späteres Leben von ihren Eltern zu lernen.