Vor etwa zwei Jahren war der Enthusiasmus noch groß: in der Wagnerstadt soll ein NS-Dokumentationszentrum entstehen. Als Ort hierfür wurde das ehemalige Wohnhaus des Rassentheoretikers und Antisemiten Houston Stewart Chamberlain in der Wahnfriedstraße angedacht.
Nun ist im Bayreuther Stadtrat entschieden worden: in dieser Form wird es nicht kommen.
Fünf Varianten diskutiert
Der Beschluss für die digtale Variante war ebenso heiß diskutiert worden. Weitere Varianten wurden hier auch angedacht:
Nummer eins: ein vollständiges Dokuzentrum an zwei Standorten mit einer hochwertigen Dauerausstellung, mit Außenflächen und auch Bildungsräumen. Dazu eine Komplettsanierung beider entsprechenden Gebäude.
Nummer zwei: ein Dokuzentrum im sogenannten „Chamberlain-Haus“ in der Wahnfriedstr. mit Dauerausstellung und auch hier inklusive Bildungsräume und Außenflächen. Das wäre bautechnisch die teuerste Lösung gewesen.
Eine kleinere Ausstellung im dortigen Dachgeschoss hätte Variante Nummer Drei vorgesehen. Dazu sollten bestehende Projekte und weitere Formate mit integriert werden. Hier wären allerdings keine Fördermittel vom Bund möglich gewesen.
Sanierung des Gebäudes trotzdem erforderlich
Unstrittig ist nur, dass das damalige Wohnhaus von Chamberlain, einem ehemaligen Schwiegersohn von Richard Wagner, ohnehin saniert werden muss. Drei Millionen Euro sind hierfür veranschlagt.