Der Juni war der tödlichste Monat des Jahres. Insgesamt 69 Menschen verloren in diesem Zeitraum ihr Leben im Wasser, 17 mehr als im Juni des Vorjahres. Ein tragischer Höhepunkt war ein Wochenende, an dem 15 Menschen beim Baden und Schwimmen starben.
Mehr als die Hälfte aller tödlichen Unfälle (56 Prozent) ereignete sich während der Badesaison von Mai bis August. Nach der Hitze im Frühsommer ging die Zahl der Unglücke im regenreichen Juli zwar zurück, dennoch starben 52 Menschen. Im August waren es 65 Todesfälle. In den Herbst- und Wintermonaten registrierte die DLRG deutlich weniger Unglücke.
Mehr Opfer unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Den größten Anteil der Opfer stellen weiterhin ältere Menschen: 138 der Verunglückten waren über 60 Jahre alt. Das entspricht 42 Prozent der Fälle mit bekanntem Alter.
Besorgniserregend ist jedoch der Anstieg bei jüngeren Altersgruppen. Sowohl bei den 11- bis 20-Jährigen als auch bei den 21- bis 30-Jährigen gab es jeweils elf Todesfälle mehr als im Jahr zuvor. Nach Angaben der DLRG spielen dabei häufig Selbstüberschätzung, Übermut und Alkohol eine Rolle.
Auffällig ist zudem der starke Männeranteil: 82 Prozent der Opfer waren männlich. Unter den 73 Todesfällen in den beiden jüngeren Altersgruppen war lediglich eine Frau.
Positiv entwickelte sich dagegen die Situation bei Kindern: 13 Kinder bis zehn Jahre ertranken 2025, deutlich weniger als der Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre.
Prävention und Schwimmausbildung als zentrale Maßnahmen
Die DLRG sieht mehr Aufklärung und bessere Schwimmausbildung als entscheidend, um die Zahl der Unglücke zu senken. Vor allem Menschen mit unsicheren Schwimmkenntnissen müssten stärker über Risiken informiert werden.
Zudem fordert die Organisation einen Ausbau des Schwimmunterrichts an Schulen. Viele Kinder verließen die Grundschule noch immer ohne sichere Schwimmfähigkeiten. Dafür seien mehr ausgebildete Sportlehrkräfte sowie zusätzliche Kapazitäten in Schwimmbädern notwendig.
Seen und Flüsse bleiben gefährlichste Orte
Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich weiterhin in Binnengewässern. 88 Prozent der Fälle passierten in frei zugänglichen Gewässern. Besonders häufig kam es zu Unglücken in Seen und Teichen (158 Fälle) sowie in Flüssen (153 Fälle).
Deutlich weniger Menschen starben in den Meeren: 22 Todesfälle wurden dort registriert. Während die Zahl der Unglücke in der Nordsee leicht stieg, sank sie in der Ostsee deutlich.
Tausende Rettungsschwimmer im Einsatz
Viele Unglücke konnten im Sommer 2025 verhindert werden. Mehr als 6.000 ehrenamtliche Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer der DLRG waren während der Badesaison an den Küsten im Einsatz. Sie führten 240 Rettungseinsätze im Wasser durch und leisteten darüber hinaus zahlreiche weitere Hilfeleistungen an über 2.000 Gewässern und Schwimmbädern in ganz Deutschland.