Nach dem Tod des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger gibt es erste Erkenntnisse zur Todesursache. Wie die Staatsanwaltschaft Berlin am Donnerstagnachmittag mitteilte, ergaben sich bei der Obduktion des Leichnams bislang keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Weitere gerichtsmedizinische Untersuchungen stehen allerdings noch aus. Die Ermittlungen zum Todesfall dauern an.
Aiwanger überraschend in Berliner Hotel gestorben
Der bayerische Wirtschaftsminister und Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, ist im Alter von 55 Jahren überraschend gestorben. Die Nachricht wurde am Mittwochabend bekannt und von der Berliner Staatsanwaltschaft bestätigt. Aiwanger war während eines Aufenthalts in der Hauptstadt am frühen Abend leblos in seinem Hotelzimmer im Berliner Stadtteil Mitte aufgefunden worden.
Eigentlich hatte der Politiker am Mittwochnachmittag bei der Eröffnung des neuen Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten sollen. Aus gesundheitlichen Gründen sagte er seine Teilnahme jedoch kurzfristig ab und ließ sich vertreten. Später war Aiwanger offenbar nicht mehr erreichbar. Die genauen Umstände, unter denen er in seinem Hotelzimmer entdeckt wurde, haben die Ermittlungsbehörden bislang nicht öffentlich gemacht.
Noch am Mittwochabend leiteten die Berliner Staatsanwaltschaft und die Mordkommission des Landeskriminalamts ein Todesermittlungsverfahren ein. Ziel war es, die Todesumstände zu klären und ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.
Eine prägende Persönlichkeit der bayerischen Politik
Mit Hubert Aiwanger verliert Bayern eine der bekanntesten Persönlichkeiten seiner Landespolitik. Seit 2006 stand er an der Spitze der Freien Wähler in Bayern und führte die Partei 2008 erstmals in den Landtag. 2018 gelang den Freien Wählern unter seiner Führung der Eintritt in die bayerische Staatsregierung. Seitdem war Aiwanger stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
Aiwanger galt als heimatverbundener Politiker mit klaren Positionen, der insbesondere im ländlichen Raum viele Anhänger hatte. Sein direkter und bisweilen polarisierender politischer Stil machte ihn weit über Bayern hinaus bekannt.
Parteienübergreifende Anteilnahme
Die Nachricht von seinem Tod löste in Politik und Gesellschaft große Bestürzung aus. Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich tief erschüttert. Er bezeichnete Aiwanger als prägende Figur der bayerischen Politik und würdigte ihn als engagierten Wirtschaftsminister und warmherzigen Menschen. Beide hätten trotz politischer Unterschiede über viele Jahre eng zusammengearbeitet.
Auch zahlreiche weitere Politikerinnen und Politiker aus unterschiedlichen Parteien bekundeten ihre Anteilnahme. Landtagspräsidentin Ilse Aigner sprach von einem schweren Verlust für die bayerische Politik. Die Freien Wähler zeigten sich ebenfalls tief betroffen.
Für Donnerstag und den Tag der Beisetzung ordnete Ministerpräsident Söder Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden in Bayern an. Ab Freitag soll zudem im Münchner Prinz-Carl-Palais ein Kondolenzbuch für die Bevölkerung ausliegen.