Die Haltung von Sikawild steht vor einem Ende, da die Europäische Union das Tier im vergangenen Jahr als invasive, gebietsfremde Art eingestuft hat. Seit August 2025 ist das Halten und Züchten in der gesamten EU grundsätzlich verboten. Bestehende Bestände in Tierparks oder landwirtschaftlichen Betrieben dürfen nur unter strengen Auflagen bis August 2027 weitergeführt werden, so auch in Oberfranken.
Wildhalter fordern differenzierte Betrachtung
Die Entscheidung dient dem Schutz heimischer Ökosysteme vor Vermischung oder Verdrängung durch das aus Ostasien stammende Tier. Für Wildhalter wie Barbara und Christian Kothe aus Unterhansbach im Landkreis Bamberg ist dies ein Schock, da sie den Bestand erst vor einem Jahr aufgebaut haben. Sie bezweifeln die Risiken einer Vermischung mit freilebenden Tieren in eingezäunten Anlagen und fordern eine differenzierte Betrachtung.
EU-Abgeordnete Monika Hohlmeier plädiert für schnelle Ausnahmegenehmigungen
Die oberfränkische Europa-Abgeordnete Monika Hohlmeier plädiert für flexible Interpretationen und schnelle Ausnahmegenehmigungen, da die finanzielle Unsicherheit für die Betriebe riesengroß ist. Das Bayerische Umweltministerium hält sich zurück, unterstützt aber den Landesverband der Wildhalter bei einem Antrag an die EU-Kommission. Ob Ausnahmen möglich sind, bleibt derzeit noch offen.