Roland kennt die Straßen von Bayreuth – und ihre kalten Seiten – wie nur wenige. Der 71-Jährige war lange Zeit wohnungslos und verbrachte zahlreiche Nächte im Freien. Doch Obdachlosigkeit war für ihn nicht von Anfang an Realität. Ausschlaggebend war seine frühere Kellerwohnung, in der ihm Licht, Luft und Freiheit fehlten. Lieber entschied er sich für das Leben draußen, trotz der Entbehrungen, die damit einhergingen.
Ein Ort der Wärme und Begegnung
So vielfältig wie die Gründe für Obdachlosigkeit sind auch die Menschen, die in der Stadtmission Bayreuth Unterstützung finden. Für Roland ist sie ein Ort geworden, an dem er wieder Halt im Leben gefunden hat. Einen großen Anteil daran hat Stadtmissions-Vater Volker Sommerfeldt. Er kennt die Schicksale der Menschen, die hierherkommen, und nimmt sich Zeit für Gespräche – etwa beim gemeinsamen Frühstück im Warmen. Besonders im Winter zeigt sich, wie hart das Leben auf der Straße sein kann und wie wichtig niedrigschwellige Hilfsangebote sind.
Hilfe im Winter – und neue Perspektiven
Umso dankbarer ist Sommerfeldt für die Unterstützung der Stadt Bayreuth und ihrer Bürgerinnen und Bürger. Kleiderspenden und ehrenamtliches Engagement sorgen dafür, dass im Winter niemand frieren muss. Auch Schlafplätze im Warmen stehen zur Verfügung – betreut von sozialen Diensten und der Polizei. Doch nicht jeder Betroffene nimmt diese Hilfe an, eine Herausforderung für alle Beteiligten.
Viele Wege führen in die Obdachlosigkeit
Eine Erfahrung, die auch Silvia gemacht hat. Nach familiären Problemen wurde sie obdachlos und lebte zeitweise in einem Obdachlosenheim. Heute hat sie wieder eine eigene Wohnung und arbeitet selbst bei der Stadtmission mit. Für Roland steht derweil fest: In eine Kellerwohnung würde er nie wieder zurückkehren. Doch das muss er auch nicht – er hat wieder ein Dach über dem Kopf gefunden.
Wärme und Geborgenheit bei der Stadtmission Bayreuth
So wie viele andere Gesichter der Stadtmission Bayreuth. Auch wenn nicht jeder von ihnen eine eigene Wohnung hat oder anstrebt, finden sie hier gerade in den frostigen Wintermonaten einen warmen Ort, an dem die kalten Seiten des Lebens für einige Stunden in den Hintergrund rücken.