Wenn es auf der Autobahn kracht, zählt für die Einsatzkräfte jede Sekunde. Doch immer wieder stehen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor demselben Problem: Die Rettungsgasse ist nicht breit genug oder wird von Fahrzeugen komplett blockiert. Was für Autofahrer nur wenige Meter Abstand sein können, kann für die Einsatzkräfte entscheidend sein. Gerade bei schweren Unfällen zählt jede Sekunde. Wie groß der Ärger darüber ist, zeigte sich zuletzt am Montag (5. Oktober) nach einem Unfall auf der A9 bei Münchberg – dort hatten Feuerwehrleute und Ersthelfer erneut mit einer unzureichenden Rettungsgasse zu kämpfen. Mehr zu dem Unfall finden Sie auf unserer News-Seite!
Besonders auf dreispurigen Autobahnen wird es schwierig
Bei diesen Vorfällen handelt es sich nicht um Einzelfälle. Nach den Erfahrungen der Feuerwehren im Landkreis Hof kommt es insbesondere auf dreispurigen Autobahnen immer wieder zu Schwierigkeiten. Für viele Autofahrer ist offenbar nicht klar, wohin sie bei stockendem Verkehr ausweichen müssen. Dabei ist die Regel eigentlich einfach: Sobald der Verkehr nur noch langsam rollt, müssen die Fahrzeuge auf der linken Spur so weit wie möglich nach links fahren. Alle anderen Fahrzeuge müssen nach rechts ausweichen. Wichtig ist dabei, den Standstreifen nicht zu blockieren. Nur so entsteht eine durchgehende Fahrspur für die Rettungskräfte.
Die Rettungsgasse muss breit genug sein
Eine Rettungsgasse zu bilden, reicht allein allerdings nicht. Sie muss auch ausreichend breit sein. Denn durch die entstandene Lücke müssen nicht nur Polizei oder Rettungswagen passen. Auch die großen Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr müssen schnell und sicher zur Unfallstelle gelangen können. Gerade bei einem schweren Unfall können mehrere Einsatzfahrzeuge gleichzeitig unterwegs sein. Ist die Rettungsgasse zu eng oder versperrt, müssen die Fahrer unter Umständen abbremsen oder sich mühsam einen Weg durch den Stau suchen. Für die Einsatzkräfte bedeutet das zusätzliche Zeit, die am Ende fehlen kann.
Wer blockiert, muss mit hohen Strafen rechnen
Wer trotz stockendem Verkehr keine Rettungsgasse bildet oder sie blockiert, muss außerdem mit Konsequenzen rechnen: Mindestens 200 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. Für die Einsatzkräfte geht es allerdings um mehr als um Geld oder einen Eintrag im Fahreignungsregister. Eine freie Rettungsgasse kann im Ernstfall darüber entscheiden, wie schnell verletzte Menschen versorgt werden können. Deshalb appellieren Feuerwehr und Polizei an die Autofahrer, bereits bei den ersten Anzeichen eines Staus ausreichend Platz zu schaffen.
Platz machen, bevor es zu spät ist
Für Feuerwehrmann Andreas Hentschel ist das Problem nicht neu. Seit Beginn seiner Tätigkeit bei der Feuerwehr erlebt er immer wieder Situationen, in denen Einsatzkräfte durch falsch oder zu spät gebildete Rettungsgassen behindert werden. Dabei lässt sich das Problem mit wenigen einfachen Regeln vermeiden: Auf der linken Spur nach links, auf allen anderen Spuren nach rechts fahren und genügend Abstand lassen. Denn wenn es auf der Autobahn zum Unfall kommt, müssen die Einsatzkräfte ohne Verzögerung durchkommen. Aus einer Rettungsgasse darf deshalb niemals eine Sackgasse werden.