Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius gilt als beliebtester Politiker Deutschlands. Das, obwohl seine Botschaften sehr ernst sein können. In Bamberg wies er am Dienstag (03.02.) auf die aktuelle Bedrohungslage hin. Er wolle keinen Krieg mit Russland, aber er wolle dafür gewappnet sein, so der Minister.
Vorbild Finnland
In Bamberg diskutierete Boris Pistorius mit dem finnischen Botschafter Kai Sauer. Dessen Heimatland gilt als Vorbild in Sachen Zivil- und Heimatschutz. „Wir können 1600 Unternehmen in nur sechs Stunden auf eine Krisenlage einstimmen“, berichtete Sauer den weit mehr als 500 Gästen im Hegelsaal, „das regelt eine zentrale Stelle.“ Aus Sicht von Boris Pistorius sei die Wachsamkeit Finnlands historisch gewachsen. „Sie waren von Schweden und Russland besetzt, der östliche Nachbar teilt eine lange Grenze mit den Finnen“, so der SPD-Politiker, „wir Deutschen denken manchmal, das sei alles weit weg.“
Wahlkampf ist auch Thema
Der Kommunalwahlkampf ist der ein weiterer Grund, warum Boris Pistorius nach Bamberg gekommen ist. Aus seiner Unterstützung für den SPD-Kandidaten Sebastian Niedermeier machte der Minister wenig überraschen keinen Hehl. Pistorius‘ Parteigenosse übergab seinerseits einen Brief. Tenor: die Stadt soll auf dem MUNA-Gelände ein Gewerbegebiet entwickeln können. Das Areal war früher Teil der US-Kaserne und gehört noch dem Bund. Sollte die Bundeswehr in Bamberg Flächen brauchen, gäbe es aus Sicht der hiesigen SPD auf dem Bundespolizei-Areal mögliche Alternativen.