Im geteilten Ort Mödlareuth ist der offizielle Startschuss für das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Dreiländereck Bayern – Sachsen – Thüringen“ gefallen. Bund, Bayern, Sachsen, Thüringen und der BUND Naturschutz wollen gemeinsam den einzigartigen Naturraum entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze dauerhaft sichern und weiterentwickeln. Das Projekt wird im Bundesprogramm „chance.natur“ gefördert und gilt als wichtiger Meilenstein für den Naturschutz in Deutschland.
Aus dem Todesstreifen wird Europas größter Biotopverbund
Wo einst Stacheldraht und Grenzanlagen Deutschland teilten, ist über Jahrzehnte ein wertvoller Lebensraum entstanden. Das Grüne Band erinnert heute nicht nur an die deutsche Teilung, sondern verbindet als größter Biotopverbund Europas zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Rund 12.000 heimische Arten sind dort nachgewiesen, zwei Drittel davon stehen auf der Roten Liste bedrohter Arten.
6.000 Hektar stehen jetzt im Fokus
In einer ersten, bis Oktober 2028 laufenden Planungsphase wird ein über 6.000 Hektar großes Gelände untersucht. Anschließend sollen konkrete Maßnahmen wie die Renaturierung von Bächen, der Umbau von Wäldern oder eine naturverträgliche Bewirtschaftung entwickelt werden. Diese Maßnahmen werden gemeinsam mit den Flächeneigentümern geplant, sodass möglichst alle von dem Naturschutzgroßprojekt profitieren können.
Nach erfolgreichem Abschluss der Planungsphase ist eine weitere Förderung vorgesehen, damit die geplanten Naturschutzmaßnahmen auch in die Tat umgesetzt werden können.