Ein Wechsel an der Spitze des Verbandes der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie: Dr. Philipp von Waldenfels übernimmt das Präsidentenamt und tritt damit in große Fußstapfen. Sein Vorgänger, Dr. Christian Heinrich Sandler, hat den Verband über viele Jahre geprägt. Keine leichte Aufgabe für den neuen Präsidenten, denn die Branche steht vor schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hohe Energie- und Produktionskosten, internationaler Wettbewerbsdruck und der technologische Wandel stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, gemeinsam Perspektiven zu entwickeln und die Zukunft des Textilstandorts Bayern zu sichern.
Forschung und Innovation als Schlüssel zur Zukunft
Wie diese Zukunft aussehen könnte, steht im Mittelpunkt der 39. Hofer Vliesstofftage. Bereits zum 39. Mal wird die Freiheitshalle zum Treffpunkt der internationalen Vliesstoffbranche. Am 4. und 5. November kommen mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus acht Ländern zusammen. Mit 21 Fachvorträgen und einer begleitenden Ausstellung, an der sich 81 Unternehmen beteiligen, bietet die Veranstaltung einen umfassenden Einblick in aktuelle Entwicklungen.
Besonders im Fokus stehen Themen wie Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Forschung. Prof. Dr.-Ing. Frank Ficker, Institutsleiter des Instituts für Materialwissenschaften an der Hochschule Hof und Mitorganisator der Veranstaltung, zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der anwendungsorientierten Textilforschung in Deutschland. Er beschäftigt sich mit den Materialien und Technologien, die künftig unseren Alltag prägen könnten. Ob innovative Fasern, leistungsfähige Verbundmaterialien oder neue textile Anwendungen – die Textilien der Zukunft müssen immer mehr Anforderungen erfüllen und gleichzeitig nachhaltiger werden.
Auch das Institut für Materialwissenschaften der Hochschule Hof und das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Textile Faserkeramiken präsentieren ihre aktuellen Forschungsprojekte. Damit wird deutlich, wie eng Wissenschaft und Wirtschaft zusammenarbeiten müssen, um neue Entwicklungen in die industrielle Praxis zu bringen.
Ausgezeichneter Nachwuchs gestaltet den Wandel mit
Dass die Zukunft der Branche nicht allein in den Händen etablierter Unternehmen und Forschungseinrichtungen liegt, zeigt auch die Auszeichnung eines Absolventen der Hochschule Hof. Seine herausragende Abschlussarbeit im Bereich Textil entstand in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Sandler und wurde bei den Vliesstofftagen gewürdigt. Ein Beispiel dafür, wie wichtig die Verbindung von akademischer Ausbildung und praktischer Anwendung ist.
Denn gerade junge Fachkräfte bringen neue Perspektiven und Ideen in eine Branche, die sich grundlegend weiterentwickeln muss. Nachhaltige Materialien, ressourcenschonende Produktionsverfahren und innovative Technologien werden dabei entscheidend sein.
Die Hofer Vliesstofftage bringen all diese Perspektiven zusammen: Industrie, Forschung und Nachwuchs. Zwei Tage lang geht es in der Freiheitshalle nicht nur um aktuelle Herausforderungen, sondern vor allem um neue Lösungen. Denn auch wenn die Textilbranche vor schwierigen Zeiten steht, zeigt sich in Hof: An Ideen für die Zukunft mangelt es nicht.