Der Busverkehr in Bayreuth und Bamberg ist am Montag (02. Februar) fast zum Erliegen gekommen. Der Grund ist ein bundesweiter Aufruf zum Streik der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.
Mehr Geld, weniger Wochenarbeitszeit
Die Gewerkschaft verhandelt mit den kommunalen Arbeitgebern über einen neuen Tarifvertrag TV-N. Die ver.di fordert in diesem Zusammenhang einheitlich 668,75 Euro mehr Lohn, vor allem aber eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 35 Wochenstunden. Ergänzt wird die Forderung um eine Ruhezeit von elf Stunden. „Die Kolleginnen und Kollegen gehen auf dem Zahnfleisch“, sagt Gewerkschaftssekretär Dirk Schneider, der die Streikkundgebung in Bamberg organisiert hat. Er fügt an: „Eine Schicht jagt die nächste, unter solchen Bedingungen finden wir schwer Nachwuchs.“
Arbeitgeber sehen Forderungen & Vorgehen kritisch
Dem bisherigen Tarifkonflikt stehen die Arbeitgeber, die im KAV Bayern organisiert sind, kritisch gegenüber. Die Forderungen seien unrealistisch, moniert die Hauptgeschäftsführerin Saskia Lehmann-Horn. „Die Finanzierungslücke bei den Kommunen ist jetzt schon erheblich“, so die KAV-Vertreterin gegenüber TVO. „Sollten wir den Gewerkschaftsforderungen entgegenkommen, müssten die Leistungen für Buskundinnen und -kunden zurückgehen.“ Ein weiterer Kritikpunkt ist die Taktik von ver.di. „Die Gewerkschaft kündigt noch vor der nächsten Verhandlungsrunde am 13. Februar einen weiteren Streik an, das finden wir nicht in Ordnung“, so Lehmann-Horn. Ein erstes Angebot der Arbeitgeber vom 19. Januar hat ver.di abgelehnt.
Notfahrpläne greifen
Bereits am Freitag (30.01.) war der bevorstehende Streik bekannt geworden. Die Stadtwerke in Bayreuth und Bamberg reagierten mit Notfahrplänen, griffen hier auf private Busanbieter zurück. Wann der nächste Arbeitsausstand starten soll, ist noch nicht bekannt.