Zwischen Begeisterung und Bürgerprotest
Ein Museum für einen der bekanntesten Kinderbuchautoren Deutschlands – genau das soll in Hallstadt entstehen. Die Rede ist von Paul Maar, dem Vater des Sams. Und der selbst war vor genau einem Jahr begeistert von der Idee. Doch seitdem ist rund um das geplante Museum einiges in Bewegung geraten. Eine Bürgerinitiative wollte mit einem Bürgerbegehren die Planungen stoppen. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Kosten und die langfristigen Folgekosten für die Stadt. Nun hat der Stadtrat dem Begehren einen Riegel vorgeschoben: Es wurde für unzulässig erklärt. Einen Bürgerentscheid wird es damit nicht geben.
Bürgerbegehren scheitert an rechtlichen Hürden
Eine zuvor eingeholte rechtliche Stellungnahme einer Fachanwaltskanzlei kam zu dem Ergebnis, dass das Bürgerbegehren in mehreren Punkten unzulässig sei. Unter anderem ging es um die konkrete Formulierung und die Begründung. So blieb beispielsweise offen, ob mit einem möglichen Aus auch ein verändertes Museumskonzept, ein anderer Standort oder eine andere Trägerschaft ausgeschlossen werden sollten.
Siebeneinhalb Millionen Euro für das Museum
Nur einen Steinwurf vom Marktplatz entfernt soll der neue kulturelle Anziehungspunkt entstehen. In den denkmalgeschützten Häusern der Fischergasse 4 und 6 sollen beide Gebäude samt einem Anbau zu einem modernen Museum verbunden werden. Kostenpunkt: rund sieben bis siebeneinhalb Millionen Euro. Bis zu 80 Prozent könnten nach Angaben der Stadt gefördert werden. Für die Museumskritiker geht es dabei ausdrücklich nicht darum, das Werk Paul Maars infrage zu stellen. Ihre Frage lautet vielmehr: Ist ein eigenes Museum mit hohen Investitions- und dauerhaften Folgekosten die richtige Entscheidung für Hallstadt?
5.000 Schätze warten auf ihr neues Zuhause
Mehr als 5.000 Exponate aus dem Leben und Schaffen Paul Maars gehören inzwischen der Stadt. Grundlage dafür sind Vereinbarungen und Schenkungsverträge aus dem Jahr 2024. Darin hat sich Hallstadt verpflichtet, die Sammlung innerhalb von zehn Jahren öffentlich zugänglich zu machen. Ein Aus für das Museum hätte deshalb auch Folgen. Und auch die beiden Gebäude in der Fischergasse müssten unabhängig vom Museum saniert werden. In der Nummer 4 stehen unter anderem Arbeiten an Brandschutz, Haustechnik und Barrierefreiheit an. Die Nummer 6 ist bereits seit mehr als 20 Jahren ungenutzt. Wie die Museumskritiker nun weiter vorgehen, ist offen. Die Stadt hält jedenfalls an ihren Plänen fest. Wenn alles nach Plan läuft, könnten Ende kommenden Jahres die Bagger anrollen – passend zum 90. Geburtstag von Paul Maar. Wann die ersten Besucher anschließend durch die Museumstüren gehen können, steht allerdings noch in den Sternen.