Do., 17.09.2026 , 16:25 Uhr

Landkreis Wunsiedel

Strom-Streit im Fichtelgebirge: Bauern wehren sich gegen geplante Eger-Elster-Leitung

Protestaktion in Großwendern

Drei Suchräume stehen zur Auswahl 

In Großwendern im Landkreis Wunsiedel dürfte es am Samstag, dem 19. September 2026, laut und hell werden. Mit einer ungewöhnlichen Protestaktion wollen Bürger auf die Pläne für ein neues Umspannwerk aufmerksam machen. Wo der Knotenpunkt tatsächlich entstehen könnte, ist allerdings noch offen. Bislang gibt es drei mögliche Suchräume.

28 Hektar sorgen für Kritik

Bürger, der Bauernverband und Kommunalpolitiker im nördlichen Landkreis Wunsiedel kritisieren die Pläne für die sogenannte Elster-Eger-Leitung. Besonders die Dimensionen sorgen für Diskussionen: Das geplante Umspannwerk soll rund 28 Hektar Fläche benötigen – etwa so groß wie 40 Fußballfelder. Gleichzeitig ist die Region bereits von großen Stromprojekten geprägt. Mit dem Ostbayernring und dem SüdostLink sind hier bereits zwei Stromtrassen gebaut worden beziehungsweise in Betrieb.

Tennet sieht Bedarf für die neue Leitung

Umstritten ist auch die Frage, ob die neue Leitung tatsächlich benötigt wird. Während Kritiker den Bedarf bislang nicht ausreichend geklärt sehen, verweist Tennet auf die künftige Entwicklung des Stromnetzes. Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers reichen die bestehenden Verbindungen zwischen Thüringen, Sachsen und Bayern für einen zukunftsfähigen Netzbetrieb künftig nicht mehr aus. Zwei neue Umspannwerke sollen deshalb dazu beitragen, das Netz für die steigenden technischen Anforderungen fit zu machen. Noch befindet sich das Projekt allerdings in einer frühen Planungsphase. Einen konkreten Trassenverlauf gibt es bislang nicht. Die betroffenen Kommunen und Landkreise wurden informiert, Infomärkte und Bürgersprechstunden fanden statt. Auch erste Gespräche mit Grundstückseigentümern hat es bereits gegeben. Tennet betont, den Dialog fortsetzen zu wollen.

Traktoren sollen mögliche Fläche ausleuchten

Betroffene Landwirte, Bürger und der Bauernverband wollen deshalb ein sichtbares Zeichen setzen. Ab 18 Uhr sollen am 19. September zwischen Großwendern und Hohenbuch Traktoren die Fläche ausleuchten, auf der das Umspannwerk möglicherweise entstehen könnte.

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