Kurz vor 11 Uhr ging bei der Polizeiinspektion Hof ein Anruf ein, in dem eine bislang unbekannte Person von einer Gewalttat innerhalb der Realschule berichtete. Nach Angaben des Anrufers soll es im Schulgebäude zu einem Messerangriff mit mehreren Verletzten gekommen sein.
Die Polizei reagierte umgehend und entsandte gemeinsam mit zahlreichen unterstützenden Kräften aus der Region ein Großaufgebot an die Schule. Neben der Realschule wurden auch angrenzende Bereiche, darunter das benachbarte Gymnasium, in die Einsatzmaßnahmen einbezogen. Polizeihubschrauber unterstützten die Suche aus der Luft und brachten weitere Kräfte zum Einsatzort.
Schüler werden betreut und in Sicherheit gebracht
Während der laufenden Durchsuchungen wurden die Schüler durch Lehrkräfte in ihren Klassenzimmern betreut. Schülerinnen und Schüler, die sich zu Beginn des Einsatzes außerhalb der Klassenräume befanden, wurden zu einem Sammelplatz gebracht.
Für Eltern und Erziehungsberechtigte richteten die Behörden zunächst eine Anlaufstelle in der Mozartstraße ein. Um die angespannte Verkehrssituation rund um das Schulgelände zu entlasten, wurde die Sammelstelle später an die Freiheitshalle verlegt. Von dort aus konnten die Schüler nach und nach ihren Familien übergeben werden. Die Betreuung übernahmen Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Stadt Hof sowie speziell geschulte Polizeikräfte.
Parallel dazu richtete die Stadt Hof ein Bürgertelefon für besorgte Eltern ein.
Ermittlungen wegen vorgetäuschter Straftat
Bereits während des Einsatzes gab es keine Hinweise auf Verletzte oder eine tatsächliche Gewalttat. Am Nachmittag stand schließlich fest: Die gemeldete Bedrohungslage war vorgetäuscht worden.
Die Kriminalpolizei Hof hat die Ermittlungen gegen den bislang unbekannten Anrufer übernommen. Ihm drohen im Falle einer Identifizierung empfindliche strafrechtliche Konsequenzen. Das Vortäuschen einer Straftat sowie der Missbrauch von Notrufen können mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden. Darüber hinaus sind erhebliche Kostenforderungen für den ausgelösten Großeinsatz möglich.
An dem Einsatz waren neben Kräften der Polizei aus ganz Oberfranken auch Spezialkräfte aus Mittelfranken beteiligt. Unterstützt wurden sie von mehr als 100 Helfern von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk. Insgesamt waren mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler von den Maßnahmen betroffen.
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