Am 3. Oktober stand das ehemals durch die innerdeutsche Grenze geteilte Dorf Mödlareuth (Landkreis Hof) ganz im Zeichen der Erinnerung. Wo einst eine Mauer den 50-Einwohner-Ort in Ost und West trennte, trafen am Tag der Deutschen Einheit starke politische Gegensätze aufeinander.
Traditionelles Deutschlandfest in „Little Berlin“
Beim traditionellen Deutschlandfest der CSU rief der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt in seiner Rede zu mehr Klartext anstelle von Ostalgie auf. Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wandte sich an die Besucher und forderte für die Zukunft wieder mehr Optimismus und Patriotismus. Das geschichtsträchtige Dorf mit dem Spitznamen „Little Berlin“ zog an diesem Feiertag jedoch nicht nur Anhänger der Christsozialen an.
Politische Vielfalt auf engstem Raum
Nur wenige Meter von den historischen Grenzanlagen entfernt, hielt die AfD zeitgleich eine eigene Kundgebung ab. Als Gegenpol formierte sich zudem die bunte Initiative „Wir im Land“, die ein Kulturfest mit Redebeiträgen von Vertretern des Gewerkschaftsbundes, der Grünen, Linken und der SPD veranstaltete. Trotz der deutlichen parteipolitischen Unterschiede und der teils gegensätzlichen Sichtweisen auf engstem Raum einte die verschiedenen Lager an diesem Tag ein gemeinsames Motiv. Schließlich feierten alle Versammelten das historische Ende der Teilung und die erfolgreiche Wiedervereinigung Deutschlands.