Rund 3.200 Beschäftigte der bayerischen Metall- und Elektroindustrie haben am 27. Oktober die zweite Tarifverhandlung in Coburg begleitet. Mit einer Demonstration und einer zentralen Kundgebung machten sie deutlich, dass sie hinter den Forderungen der IG Metall stehen und von den Arbeitgebern Bewegung am Verhandlungstisch erwarten. Auch die IG Metall Amberg war mit Beschäftigten aus der nördlichen Oberpfalz vertreten.
Starke Beteiligung aus der nördlichen Oberpfalz
Mit zwei Bussen reisten Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben der nördlichen Oberpfalz nach Coburg, um die Verhandlungskommission der IG Metall zu unterstützen. Der Aktionstag begann mit einer Auftaktveranstaltung an der Carl-Kaeser-Straße. Anschließend zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Stadt zum Schlossplatz, wo die zentrale Kundgebung stattfand.
Im Mittelpunkt standen die Forderungen nach sicheren Arbeitsplätzen, guten Einkommen und verlässlichen Zukunftsperspektiven. Die Beschäftigten machten damit deutlich, dass sie eine starke Industrie auch an gute Arbeits- und Einkommensbedingungen knüpfen.
Arbeitgeber legen erstes Angebot vor
Bei der zweiten Tarifverhandlung präsentierten die Arbeitgeber erstmals ein Angebot. Dieses sieht eine einmalige Zahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts der Branche im Juli 2027 vor. Ab Juli 2028 sollen die Tabellenentgelte um 1,3 Prozent steigen. Die Laufzeit des Angebots soll bis Ende 2028 reichen.
Darüber hinaus verbinden die Arbeitgeber ihr Angebot mit weiteren Forderungen. Dazu gehören eine Ausweitung der Differenzierung sowie Diskussionen über Krankenstände. Zudem soll ein betriebliches Instrument eingeführt werden, das Investitionen, Innovationen, Standorte und Beschäftigung sichern und zur Kostensenkung beitragen soll.
Die IG Metall weist das Angebot als unzureichend zurück. Aus Sicht der Gewerkschaft bleibt es deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten zurück. Zudem fehle eine tragfähige Perspektive für die Zukunft der Standorte und Arbeitsplätze.
Warnstreiks nach Ende der Friedenspflicht angekündigt
Der Tarifkonflikt könnte sich bereits in den kommenden Tagen verschärfen. Am 31. Oktober endet die Friedenspflicht. Die IG Metall kündigt an, anschließend mit Warnstreiks den Druck in den Betrieben zu erhöhen.
Ziel sei es, die Arbeitgeber zu einem verhandlungsfähigen Angebot zu bewegen, das den Forderungen der Beschäftigten gerecht werde. Mit der Kundgebung in Coburg haben die Beschäftigten nach Darstellung der Gewerkschaft bereits ein deutliches Zeichen gesetzt. Ob die kommenden Verhandlungen eine Annäherung bringen, dürfte sich angesichts der angekündigten Warnstreiks in den nächsten Tagen zeigen.
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Tarifverhandlungen in Coburg gescheitert: IG Metall droht mit Warnstreiks