Do., 17.09.2026 , 17:57 Uhr

Oberfranken

Über 2,50 Euro für einen Liter Diesel: Wie könnten Entlastungen aussehen?

Wir fragen bei oberfränkischen Bundestagsabgeordneten und einem Wirtschaftsexperten nach

Die Preise an deutschen Tankstellen steigen wieder stark an. Diesel kostete am Mittwoch (16. September) im bundesweiten Durchschnitt rund 2,45 Euro pro Liter, Super E10 rund 2,31 Euro – laut ADAC neue Rekordwerte.

Nahost-Konflikt verschärft die Lage

Die angespannte Situation rund um die Straße von Hormus und die wichtige Handelsroute Bab al-Mandab sorgt für Unsicherheit auf den internationalen Energiemärkten. Steigende Öl- und Transportkosten wirken sich auf die Spritpreise aus.

Während die Preise aufgrund des seit März bestehenden österreichischen Modells jeden Tag um 12:00 Uhr wieder deutlich anziehen, verweist LEU-Energie-Geschäftsführer Julian Bunzmann auf das Zusammenspiel von Marktbedingungen, Knappheit und staatlicher Regulierung.

Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob die Preissteigerungen vollständig durch die gestiegenen Kosten erklärbar sind. Laut ADAC und auch Bernhard Herz, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth, rechtfertigen die höheren Ölpreise am Markt den Preissprung an der Zapfsäule nur teilweise.

Bundesregierung diskutiert neue Entlastungen

Nach dem Ende des Tankrabatts Ende Juni wird erneut über Hilfen für Autofahrer diskutiert. Oberfränkische Bundestagsabgeordnete von CSU, AfD und SPD nehmen Stellung zu möglichen Maßnahmen.

Heiko Hain, CSU-Bundestagsabgeordneter aus Hof will Steuer- und Abgabenbestandteile beim Benzin- und Dieselpreis genau unter die Lupe nehmen und so Autofahrer entlasten. SPD-Bundestagsabgeordneter Andreas Schwarz aus Bamberg will gegen Wucherpreise von Mineralölkonzernen vorgehen, etwa mit einem Preisdeckel, einer Übergewinnsteuer oder einem verschärften preisrechtlichen Eingriff durch das Kartellamt. Tobias Peterka, Bundestagsabgeordneter der AfD aus Bayreuth spricht sich für die Abschaffung der CO2-Abgabe und Senkung der Energie- und Mehrwertsteuer aus.

Ökonom untersucht den Spritpreis-Schock

Prof. Dr. Bernhard Herz von der Universität Bayreuth ordnet die aktuelle Entwicklung ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, welcher Teil des Preisanstiegs durch den internationalen Kostenschock entsteht und welche Rolle die Margen der Mineralölunternehmen spielen. Aus seiner Sicht wäre eine Erhöhung der Pendlerpauschale oder eine Direktzahlung an Menschen mit niedrigen Einkommen als entlastende Maßnahmen denkbar.

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