Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist historisch: die AfD gewinnt die Landtagswahl nicht nur, sie schrammt mit 43,8 Prozent hauchdünn an einer absoluten Mehrheit vorbei. Die CDU landet nach starken Verlusten bei 17,2 Prozent, es folgen die SPD mit 9,3 Prozent, die Grünen mit 8,9 Prozent und die Linke mit 8,6 Prozent. Auch das BSW schafft mit 5,3% den Einzug in den Magdeburger Landtag (Quelle: Stat. Landesamt Sachsen-Anhalt)
Einordnung von Expertenseite
Während bei einer (nicht repräsentativen) Umfrage in Bamberg die Menschen bestürzt reagieren, zeigt sich Politikwissenschaftler Ulrich Sieberer von der Universiät Bamberg wenig überrascht. Mit dem Ergebnis an sich habe er nach den Umfragen gerechnet. „Aber die massive Zustimmung für die AfD quer durch alle Wähler- und Altersschichten ist erstaunlich“, stellt der Politologe fest. Den Begriff Zäsur verwendet auch er.
Bewertung der Parteien
Die Parteien bewerten das Ergebnis unterschiedlich. Der oberfränkische AfD-Vorsitzende Tobias Peterka sieht einen klaren Regierungsauftrag für die AfD. Jonas Merzbacher von der SPD wünscht sich mehr positive Vermittlung von Inhalten statt eines starren „Anti-AfD“-Kurses. „Wir müssen zeigen, wofür wir stehen“, so der SPD-Vorsitzende. Tim-Luca Rosenheimer von der Grünen weist seiner Partei eine Rolle als „Beschützerin“ von Minderheiten zu. René Hähnlein vom BSW wünscht sich ein Ende der Brandmauer und eine inhaltliche Diskussion mit der AfD. Deren neoliberaler Kurs sei ein Punkt, den er angehen würde.
Anmerkungen
Kommentare von CSU und der Partei Die Linke waren angefragt, ließen sich bis Redaktionsschluss nicht realisieren. Im Beitrag heißt es zudem, die AfD habe erstmals eine Landtagswahl gewonnen. Tatsächlich war die Partei bereits 2024 in Thüringen stärkste Kraft, dort konnte die CDU mit SPD und BSW aber eine Regierungskoalition bilden, die mit 44 Mandaten über ebenso viele Sitze verfügte wie AfD und Die Linke zusammen.