Wie sieht die Zukunft Oberfrankens aus – und wie kann die Region ihre Innovationskraft langfristig sichern? Antworten auf diese Fragen suchten mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft beim ersten Oberfränkischen Innovationskongress auf Schloss Thurnau. Veranstaltet von Oberfranken Offensiv, stand die Tagung unter dem Leitgedanken, Oberfranken als smarte Innovationsregion weiterzuentwickeln und fit für die Herausforderungen der kommenden Jahre zu machen.
Innovationen aus der Region sichtbar machen
Bereits zum Auftakt wurde deutlich, welches Potenzial in Oberfranken steckt. Ein Beispiel dafür ist der „Scuttler“ des Erfinders Martin Ebner – ein Symbol für die Innovationskraft, die in der Region entsteht. Für Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Vorsitzender von Oberfranken Offensiv, ist genau das ein zentrales Anliegen des Kongresses: Innovationen sichtbar machen und Menschen dazu ermutigen, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen.
„Unsere Vision ist, dass von der Innovationskraft Oberfrankens noch viel mehr Menschen wissen“, betonte Schramm. Der Kongress solle inspirieren, vernetzen und dazu beitragen, erfolgreiche Projekte in die Öffentlichkeit zu tragen.
Wissenschaft und Wirtschaft als Motoren der Entwicklung
In zahlreichen Fachvorträgen beleuchteten Expertinnen und Experten die unterschiedlichen Facetten moderner Innovationspolitik. Den Auftakt machte Universitätspräsident Kai Fischbach von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Er zeigte auf, welche Rolle Hochschulen als Impulsgeber für Forschung, Wissenstransfer und wirtschaftliche Entwicklung spielen.
Auch das Thema Künstliche Intelligenz stand im Mittelpunkt. Informatikprofessorin Ute Schmid erklärte, wie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen von praxisnahen KI-Anwendungen profitieren können. Daniela Schröder von der HUK-COBURG wiederum verdeutlichte, wie Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups neue Lösungen hervorbringen und Innovationsprozesse beschleunigen.
Oberfranken im Wettbewerb der Regionen
Dass Oberfranken im Wettbewerb um Fachkräfte, Forschung und Investitionen gut aufgestellt ist, unterstrichen mehrere Redner. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Silke Launert, verwies auf die Chancen der Region innerhalb des Innovationsstandorts Deutschland.
Auch Regierungspräsident Florian Luderschmid hob hervor, dass Oberfranken nicht nur ein leistungsfähiger Wirtschaftsstandort sei, sondern zugleich eine hohe Lebensqualität biete. Für die Zukunftsfähigkeit der Region seien daher sowohl wirtschaftliche Stärke als auch attraktive Lebensbedingungen entscheidend.
Zukunft braucht Mut zum Ausprobieren
Einen Blick auf die langfristigen Entwicklungen warf Zukunftsforscher Johannes Kleske. Seine Botschaft: Zukunft entsteht nicht von selbst, sondern wird von den Menschen aktiv gestaltet. Erfolgreiche Innovationsregionen zeichneten sich durch Offenheit, Vernetzung und die Bereitschaft aus, neue Wege zu gehen.
Dazu gehöre auch, Fehler zuzulassen und aus ihnen zu lernen. Innovation entstehe selten geradlinig, sondern häufig durch Ausprobieren und Weiterentwickeln. Genau diese Kultur wolle der Innovationskongress fördern.
Beim anschließenden Innovationsfest präsentierten Unternehmen, Institutionen und Initiativen zahlreiche Projekte aus der Region. Die Ausstellung bot Gelegenheit zum Austausch und machte die Innovationskraft Oberfrankens unmittelbar erlebbar. Der große Zuspruch zum ersten Innovationskongress zeigt: Die Bereitschaft, die Zukunft gemeinsam zu gestalten, ist in Oberfranken groß. Der Kongress soll deshalb den Auftakt für einen langfristigen Dialog über Innovation, Digitalisierung und regionale Entwicklung bilden.