Wenn in Selb die Temperaturen auf minus zehn Grad fallen, läuft bei Tobias Tengler-Boehm dennoch der Grill. Der 46-Jährige, den alle nur „Hobbit“ nennen, nutzt seine Keramik-Grills täglich – oft sogar mehrmals. Allerdings nicht beruflich, sondern rein privat. Familie und Freunde aus dem Kulturverein Jungbrunnen kommen regelmäßig in den Genuss seiner Grillabende unter freiem Himmel.
Neustart in Oberfranken
Ende 2020 zog der gebürtige Nürnberger mit brasilianischen Wurzeln nach Selb. Die Corona-Pandemie und neue Homeoffice-Regelungen machten den Schritt möglich. Schnell fand er Anschluss – insbesondere über den Jungbrunnen. Aus dem Engagement im Kulturverein entstand ein großer, kulturinteressierter Freundeskreis. „Der Jungbrunnen war entscheidend dafür, dass ich hier so schnell angekommen bin“, sagt er.
Vom Anfänger zum Keramik-Fan
Erst seit Sommer 2024 steht Hobbit am Grill. Die ersten Versuche auf einem einfachen Holzkohle-Grill verliefen holprig, doch die Begeisterung war geweckt. Über einen Gasgrill führte ihn sein Weg schließlich zu Kamado-Modellen wie dem Big Green Egg. Die ei-förmigen Keramik-Grills speichern Hitze konstant und ermöglichen weit mehr als nur Steaks und Bratwürste: Auch langsames Schmoren, Räuchern oder das Backen von Pizza und Brot gelingen problemlos – unabhängig von der Außentemperatur.
400 Mal Feuer und ein Drachen-Ei
Für 2026 hat sich Hobbit ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: mindestens 400 Grillsessions. Parallel plant er einen Pop-up-Imbiss namens „Drachen-Ei Grill“. Geplant sind kreative Spezialitäten wie ein Currywurst-Hot-Dog, eine vegetarische Variante sowie fränkische Bierbratwürste in Zusammenarbeit mit einer lokalen Brauerei. Trotz wachsender Ambitionen bleibt er selbstkritisch: „Ich bin eigentlich noch Anfänger.“ Doch seine Leidenschaft und die hohe Frequenz am Grill lassen seine Erfahrung rasant wachsen – und dürften in Selb noch für viele heiße Abende sorgen.
TVO-Reporter Oskar Ueberschär hat den Hobbit am Grill besucht und spannende Einblicke bekommen.