Im zweiten Anlauf konnte nun auch in Wunsiedel der Neujahrsempfang gefeiert werden. Auf Grund der Unwetterlage in der vergangenen Woche wurde dieser nämlich verschoben. Zudem musste man auch mit einer neuen Location vorlieb nehmen. Die Fichtelgebirgshalle, in welcher regular die Festlichkeiten stattfinden, befindet sich derzeit im Umbau. Ausgewichen wurde deshalb in das Luiseburg Ressort, was die Stimmung jedoch überhaupt nicht trübte. In seiner Neujahrsansprache dankte der erste Bürgermeister, Nicolas Lahovnik, allen, die im letzten Jahr zum Erblühen Wunsiedels beigetragen haben. Sowohl auf kommunaler, städtischer, aber auch privater Ebene wurde viel geleistet, um Wunsiedel voranzutreiben.
Der Aufschwung zeigt sich deutlich in den städtischen Finanzen: In den vergangenen sechs Jahren konnte die Verschuldung von 45 auf 22 Millionen Euro nahezu halbiert werden. Gleichzeitig haben sich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer verdoppelt. Dabei werde jedoch nicht an der falschen Stelle gespart, betonte Lahovnik. Für Landrat Peter Perek ist es vor allem die enge interkommunale Zusammenarbeit, die Wunsiedel und das gesamte Fichtelgebirge nachhaltig voranbringt.
„Gemeinsam mit den Bürgern“ – dieses Credo prägt Wunsiedel seit der Stadterhebung vor 700 Jahren. Das Jubiläumsjahr ist daher Anlass, all jene zu würdigen, die das Gesicht der Stadt mitgestalten. Einen besonderen Moment erlebte dabei Autorin Beate Roth: Mit ihrem Buch „Jean Paul häppchenweise“ würdigte sie die Ess- und Kulturgeschichte rund um Wunsiedels berühmtesten Sohn. Das Werk zählt bereits zu den besten Independent-Büchern Bayerns. Roth wurde nun zusätzlich mit dem Ehrenbrief der Stadt ausgezeichnet.
Für Wunsiedel steht damit ein weiteres Jahr voller Tatendrang bevor – eine Herausforderung, mit der man hier seit nunmehr 700 Jahren bestens vertraut ist.