Thorsten, Volker und Matthias werden ihren Einsatz im Müritz-Nationalpark wohl nie vergessen. Als sich der Waldbrand auf rund 400 Hektar ausbreitete, stießen die Einsatzkräfte vor Ort personell und technisch an ihre Grenzen. Deshalb wurde bundesweit Unterstützung angefordert – auch aus Franken. Gemeinsam mit Feuerwehren aus mehreren Bundesländern machten sich die Einsatzkräfte auf den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern, um bei der Bekämpfung des Großbrandes zu helfen.
Eine besondere Rolle spielte dabei Spezialtechnik zur Walbdbrandbekämpfung: sogenannte Kreisregner. Sie funktionieren ähnlich wie Rasensprenger und bewässern über Stunden hinweg große Flächen. So konnten wichtige Brandschutzriegel aufgebaut werden, ohne dass Feuerwehrleute das eigentliche Brandgebiet betreten mussten. Gerade auf den munitionsbelasteten Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes war diese Technik unverzichtbar. Immer wieder kam es dort zu Explosionen alter Munition, weshalb ein direkter Löschangriff vielerorts unmöglich war.
Teamarbeit unter schwierigsten Bedingungen
Nicht nur die Explosionsgefahr machte den Einsatz außergewöhnlich. Auch die Dauer und die Dimension des Waldbrandes verlangten den Einsatzkräften alles ab. Über Tage hinweg arbeiteten zeitweise rund 400 Feuerwehrleute sowie Kräfte von THW, Bundeswehr, Polizei, Nationalparkverwaltung und Katastrophenschutz im Schichtbetrieb zusammen. Bundeswehr-Hubschrauber unterstützten die Löscharbeiten aus der Luft und entnahmen Löschwasser aus umliegenden Seen.
Für die Feuerwehrleute bedeutete das lange Arbeitstage, wenig Schlaf und körperliche Höchstleistungen. Umso wichtiger war der kameradschaftliche Zusammenhalt. Trotz aller Belastungen blieb Zeit für kurze gemeinsame Pausen – Momente, die Kraft gaben und den Einsatz für viele unvergesslich machten.
Die Gefahr bleibt
Inzwischen ist der Großbrand unter Kontrolle und die Aufräumarbeiten laufen. Hunderte Kreisregner werden abgebaut, kilometerlange Schlauchleitungen eingerollt und das Material gereinigt und überprüft. Dennoch überwachen Einsatzkräfte das Gebiet weiterhin, denn in dem schwer zugänglichen Gelände befinden sich noch Glutnester. Erst wenn keine Gefahr einer erneuten Ausbreitung mehr besteht, gilt der Brand offiziell als gelöscht.
Für Thorsten, Volker und Matthias ist der Einsatz aber mehr als nur ein außergewöhnliches Erlebnis. Er zeigt, dass Waldbrände auch in Deutschland häufiger und intensiver werden. Anhaltende Trockenheit und immer längere Hitzeperioden erhöhen das Risiko deutlich. Umso wichtiger sei die überregionale Zusammenarbeit der Feuerwehren. Der Einsatz im Müritz-Nationalpark habe eindrucksvoll bewiesen, dass die Blaulichtfamilie bundesweit zusammensteht – und dass spezialisierte Technik sowie gegenseitige Unterstützung im Ernstfall entscheidend sein können.