Bad Alexandersbad steckt seit Jahren in einer schweren Finanzkrise. Die Gemeinde mit rund 950 Einwohnern hat fast 25 Millionen Euro Schulden und damit die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aller bayerischen Kommunen. Da keine Bank mehr neue Kredite gewährt, drohte erstmals einer bayerischen Gemeinde faktisch die Zahlungsunfähigkeit.
Ursachen der Krise: Strukturwandel und Pandemie
Die finanzielle Schieflage entwickelte sich über Jahrzehnte. Die Gesundheitsreform ließ die Zahl der Kurgäste einbrechen, gleichzeitig belastete der Niedergang der Porzellanindustrie die gesamte Region. Mit dem Neubau des 24 Millionen Euro teuren Kurbads ALEXBAD sollte die Wende gelingen. Nach der Eröffnung 2017 kamen zwar wieder Gäste, doch die Corona-Pandemie bremste den Aufschwung abrupt aus.
Freistaat greift ein: Zwölf Millionen Euro Entlastung
Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hat beschlossen, Kassenkredite in Höhe von zwölf Millionen Euro tilgungs- und zinsfrei zu übernehmen. Damit wird die Zahlungsfähigkeit der Gemeinde zunächst gesichert. Gleichzeitig erhält Bad Alexandersbad bis 2032 Zeit, seine Finanzen zu konsolidieren und ein tragfähiges Zukunftskonzept umzusetzen.