Mit einem speziell ausgestatteten neuen Fahrzeug erfüllt das ehrenamtliche Herzenswunsch-Team der Bamberger Malteser schwerstkranken Menschen letzte große Lebensträume.
Eine letzte Reise an die Ostsee
Die erste große Bewährungsprobe führte den neuen Krankenwagen mit dem 50-jährigen Maik fast 600 Kilometer weit an das Stettiner Haff. Der an einer unheilbaren neurologischen Krankheit leidende Musiker verbrachte gemeinsam mit seinem Sohn und dem Betreuerteam unvergessliche Tage in seiner alten Heimat Ueckermünde. Dank einer Ausnahmegenehmigung der Stadt durfte er sogar direkt am Strand unter freiem Himmel übernachten, den dortigen Märchenpfad besuchen und alte Schulfreunde wiedertreffen. Tief berührt von den vielen mitfühlenden Gesten verfasste Maik, der als "Mika Wilhelmson" Musik veröffentlicht, nach seiner Rückkehr eigens ein Dankeslied für die engagierten ehrenamtlichen Helfer.
Moderne Technik für maximalen Komfort
Möglich wurde diese weite und beschwerliche Reise erst durch die innovative Ausstattung des neuen, speziell für solche Zwecke konzipierten Krankenwagens. Neben einem beruhigenden Sternenhimmel im Innenraum verfügt das Fahrzeug über ein neuartiges Tragensystem, das nahezu jede schonende Liege- und Sitzposition erlaubt. Multimediasysteme und modernste Technik sorgen zusätzlich dafür, dass auch lange Strecken für die Patienten deutlich angenehmer werden. Unterstützt wurde die Jungfernfahrt zudem durch einen Supermarkt aus Burgebrach, der nicht nur die komplette Verpflegung spendete, sondern auch einen Scheck über 1.000 Euro beisteuerte.
Wertvolle Momente in Würzburg
Wie wichtig und vielseitig dieser Dienst ist, zeigte sich nur wenige Tage später bei einer weiteren Fahrt. Die bettlägerige Bambergerin Regina Müller konnte dank des Malteser-Teams sicher nach Würzburg gebracht werden, um dort ihre frühere Studienkollegin, Schwester Irmenlind, noch einmal wiederzusehen. Solche Begegnungen verdeutlichen laut Teamleiter Marco Hutzler den wahren Kern der ehrenamtlichen Arbeit. Es gehe vor allem darum, Familien wertvolle gemeinsame Zeit zu schenken und Wünsche wahr werden zu lassen, die ansonsten unerfüllt bleiben würden. Für die Malteser ist der neue Wagen somit weit mehr als nur ein modernes Einsatzfahrzeug, er ist ein unverzichtbarer Begleiter auf den oft wichtigsten letzten Wegen.