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Arbeitsunfall in Lichtenfels: Großeinsatz nach Austritt von Ammoniak

Unfall bei Renovierungsarbeiten

Der Austritt von Ammoniak führte am gestrigen Dienstagnachmittag (10. April) zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte in der Bamberger Straße von Lichtenfels. Bei Renovierungsarbeiten im Keller einer ehemaligen Bäckerei versuchten Arbeiter einen alten Kühlschrank zu entfernen. Dabei flexten sie Befestigungsschrauben ab, mit denen das Gerät am Boden angeschraubt war. Hierbei beschädigten sie eine Ammoniak-Leitung. Die Flüssigkeit spritzte einem Arbeiter (43) ins Gesicht.

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Feuerwehr evakuiert gefährdeten Bereich

Der verletzte Arbeiter kam umgehend in ein Klinikum. Zwischenzeitlich evakuierte die alarmierte Feuerwehr den gefährdeten Bereich, sperrte das Gebiet ab und warnte die unmittelbaren Anwohner. Zwei 20 und 25 Jahre alte Mitarbeiterinnen einer Bäckerei, die sich im Erdgeschoss befindet, wurden mit Kopfschmerzen ebenfalls in das Krankenhaus eingeliefert. Die Verletzungen der drei Personen stellten sich glücklicherweise als nicht schwerwiegend heraus. Eine im zweiten Stock wohnende 26-jährige Schwangere wurde zusammen mit ihrem dreijährigen Sohn per Drehleiter evakuiert. Sie wurden nicht verletzt. 

Einsatz führt zu Straßensperrungen

Die Einsatzgruppen Gefahrgut der Feuerwehren Lichtenfels, Altenkunstadt, Michelau, Bad Staffelstein und Lichtenfels-Main banden das im Keller ausgetretene Ammoniak mit einem Spezial-Bindemittel ab. Das Haus, vorrangig aber der Keller des Anwesens, musste im Anschluss für längere Zeit entlüftet werden, um die verdunstete Chemikalie aus der Luft filtern zu können. Hierzu mussten zeitweilig am gestrigen Nachmittag die Bahnhofstraße auf einer Länge von rund 75 Metern sowie der Säumarkt gesperrt werden.

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Weitere Messungen am Mittwoch-Vormittag

Gegen 01:15 Uhr am Mittwochmorgen (11. April) wurde der Feuerwehreinsatz vorerst beendet. Wie die Polizei mitteilte, konnte der Ammoniakwert soweit von der Feuerwehr reduziert werden, so dass der Keller für die Nacht versiegelt wurde. Eine erneute Messung ist für den Vormittag angedacht. Nach der Messung muss ein Sachverständiger klären, ob und wie weit das Gebäude wieder bezogen werden kann. Die Bewohner des Hauses konnten ihre Wohnungen in der Nacht jedenfalls nicht mehr betreten. Sie mussten anderweitig eine Unterkunft suchen. Die Straßensperrungen wurden nach Beendigung des Einsatzes wieder aufgehoben.

Update (Mittwoch,10:29 Uhr): Wie die Feuerwehr der Stadt Lichtenfels gegenüber TVO mitteilte, ergab die Messung keinen weiteren direkten Handlungsbedarf für die Feuerwehr. Der gemessene Wert am Mittwochvormittag lag unter den vorgeschriebenen Grenzwerten.