© Pixabay / Symbolbild

Bamberg: Bundesweiter „Action Day“ – Durchsuchungen in der Underground Economy Szene

Koordiniert durch die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichtete Zentralstelle Cybercrime Bayern und das Landeskriminalamt Brandenburg erfolgten am Dienstag (23. Juni) bundesweit Durchsuchungen gegen Nutzer des illegalen Internet-Handelsplatzes crimenetwork.co. Auf dieser Plattform werden illegale Waren und Dienstleistungen aller Art angeboten.

Mehr als 1.400 Polizisten im Einsatz

Bundesweit über 1.400 Polizisten sowie Beamte aus Österreich und Polen vollzogen am gestrigen Dienstag im Rahmen von 328 Ermittlungsverfahren insgesamt 232 Durchsuchungsbeschlüsse. Im Zuge dessen wurden 32 Personen vorläufig festgenommen und elf Haftbefehle vollstreckt. Allein in Bayern kam es zu Durchsuchungen bei 34 Beschuldigten. Auch in Oberfranken waren die Ermittler aktiv. Gegen zwei Verdächtige erging im Anschluss ein Haftbefehl. Eine weitere Durchsuchung der Staatsanwaltschaft Traunstein (Oberbayern) wurde aus ermittlungstaktischen Gründen bereits vorab vollzogen und ein Haftbefehl vollstreckt.

Zahlreiche Beweismittel sichergestellt

Bei Durchsuchungen wurden unter anderem Betäubungsmittel, Datenträger, über 700 elektronische Geräte, Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich und Waffen von mutmaßlichen Cyberkriminellen sichergestellt.

Kopf des Forums 2019 bereits verhaftet

Bereits im Mai des letzten Jahres wurde der damals 26-jährige deutsche Administrator des Forums bei der Einreise nach Deutschland durch Beamte des Bundeskriminalamtes festgenommen. Zeitgleich wurde das betreffende Forum beschlagnahmt.

Ermittlungen seit zehn Monaten

Seit August 2019 ermitteln die Cybercrime-Spezialisten aus Bamberg gemeinsam mit Polizeibehörden gegen Nutzer der Plattform. Der nahezu ausschließliche Zweck der lag im Handel und Austausch von Informationen, Daten, Werkzeugen und Waren, die entweder direkt aus Straftaten stammten oder weiterer Straftaten dienen könnten. Zudem fungierte die Plattform als Handelsplatz unter anderem für den Verkauf von Drogen, Hacker-Tools, Falschgeld und Waffen. Über die letzten Monate gelang es den Ermittlern, zahlreiche Personen zu identifizieren, die crimenetwork.co für illegale Zwecke verwendeten. Die weiteren Ermittlungen gegen die Nutzer werden nun von den jeweils örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften geführt.



Anzeige