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Studie zu Sexualdelikten: Bamberg, Bayreuth & Coburg angeblich unsichere Städte

Riesenwirbel herrscht aktuell um eine Studie des Nachrichtenmagazins „Focus“ zur Sicherheit in deutschen Städten. In dieser wurden 401 kreisfreie Städte und Kreise in Deutschland unter die Lupe genommen. In der Kategorie „Sexualdelikte“ sollen laut den Ergebnissen Bamberg, Bayreuth und Coburg zu den unsichersten Städten in Deutschland zählen. 

Studie führt zu Verunsicherungen

Laut Polizei würde diese Studie in Teilen der Bevölkerung zu einer Verunsicherung führen. Das Polizeipräsidium Oberfranken wehrt sich deshalb mit einer offiziellen Pressemitteilung gegen die Verurteilung der drei kreisfreien oberfränkischen Städte und nennt dazu auch konkrete Zahlen.

Aufgelistete Werte sind statistische Hochrechnungen

In der vom Nachrichtenmagazin „Focus“ veröffentlichten Grafik weisen die Städte Bamberg, Coburg und Bayreuth 37 beziehungsweise 36 Fälle von Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen pro 100.000 Einwohner auf. Diese Zahlen finden sich tatsächlich in der oberfränkischen Kriminalstatistik 2017 wieder. Dies sind – so die Polizei – aber nur rein statistische Werte, die sich bei einer Hochrechnung auf 100.000 Einwohner ergibt. Weder in Bamberg, Bayreuth und Coburg gab es tatsächlich 36 oder 37 Fälle, so das Polizeipräsidium Bayreuth in seiner Stellungnahme am Mittwoch. Die tatsächlichen Anzeigen im Bereich „Sexualdelikte“ lagen 2017 in Bamberg bei 28, in Bayreuth bei 26 Fällen und in Coburg bei 15 Fällen.

Aufklärungsquote von 90 Prozent

Dreiviertel der Taten ereigneten sich demnach im sozialen Nahbereich, das heißt, dass Opfer und Täter zusammen leben oder sich bekannt sind. Neun von zehn Fällen wurden durch die Polizei geklärt. 

Anstieg der Sexualdelikte im Vergleich zu 2016, aber…

Die Straftaten im Bereich der Sexualdelikte im Vergleich von 2016 zu 2017 stiegen in Oberfranken zwar um 141 Fälle an (+26 Prozent). Die Polizei verweist aber auf die Verschärfung des Sexualstrafrechts, welches seit November 2016 besteht.



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